Sun and Grain

Mit Drinks, in denen Weizenbier als Komponente enthalten ist, habe ich ja so meine Erfahrungen…und in der Tat: eigentlich hat Bier ja genug Aroma und bräuchte keine geschmacklichen Begleiter. Nun habe ich kürzlich in meiner nach wie vor heiß geliebten ‚essen & trinken‘ eine Komposition entdeckt, die es zumindest verdient hat, ausprobiert zu werden. Sie eignet sich allerdings weniger als leichter Drink vorweg, es sei denn, man möchte Gäste bewirten, die schon bei der Vorspeise einen ordentlich Glimmer haben. Clou dieses Drinks dürfte die Orangenmarmelade sein, die neben der Süße auch eine bittere Note mitbringt. Da Weizenbiere traditionell nicht so stark gehopft sind, könnte das funktionieren…aber Vorsicht, das Zeug geht runter wie Öl und hat mächtig Bums!

  • 4 cl guten Kornbrand (im Rezept stand was von fassgelagertem Dinkelkorn)
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 TL Orangenmarmelde
  • Eiswürfel
  • Weizenbier (Hefeweizen, gut gekühlt)

Die ersten vier Zutaten in einen Shaker geben und mind. 30 Sekunden schütteln, bis sich Orangenmarmelade aufgelöst hat. Durch ein Sieb in ein Longdrinkglas geben, das ebenfalls mit Eiswürfeln gefüllt ist, darauf vorsichtig das Weizenbier gießen.

Werbeanzeigen

Schweinefilet mit Spargel-Gröstel

Ein Gröstel (oder auch Gröstl) ist so ein Pfannengedöns, bei dem Kartoffeln, Fleisch und meistens noch ein Gemüse nacheinander angebraten werden. In diesem Fall habe ich, wie der Titel bereits wage erahnen lässt, Spargel genommen. Das Besondere ist, daß der Spargel nicht vorher gekocht oder blanchiert sondern roh mitgebraten wird. Wenn man den Garpunkt einigermaßen trifft und der Spargel noch Biss hat, ist eine richtig leckere Angelegenheit.

A propos Spargel: als ich diesen im Supermarkt gekauft habe, wohlwissend, dass Ende März heimischer Spargel noch nicht zu erwerben ist, wurde ich prompt von so einer Weltverbesserin in der Schlange an der Kasse angepampt. Warum ich denn jetzt ausländischen Spargel kaufen müsse und nicht auf heimische und saisonale Produkte ausweichen könnte, blabla, ökologischer Fußabdruck blabla, und so weiter. Für gewöhnlich reagiere ich auf solche Kneifzangen hochallergisch und verliere schnell meine gute Erziehung und kann auch schon mal ausfallend werden. Nach einem kurzen Blick in ihren Einkaufswagen habe ich sie nur mit einem süffisanten Lächeln angesehen und so etwas gesagt wie: ‚gute Frau, solange sie französischen Weichkäse und irische Butter kaufen, Kleidung tragen, die womöglich in Bangladesch von flinken Kinderhänden genäht wurde und sie möglicherweise ein Auto fahren, das aus Japan hier herverschifft wurde, erlaube ich mir, spanischen Spargel zu kaufen!‘ Ich glaube, dass ich ihr den Tag geraubt habe!

  • 500 g kleine Kartoffeln (Drillinge)
  • Salz und Pfeffer
  • 500 – 600 g weißer Spargel
  • 150 g TK-Erbsen
  • 1 großes Schweinefilet, ca. 600 g
  • Abrieb einer Biozitrone
  • 8 EL Öl
  • 50 g Butterschmalz
  • 50 g grob geriebenen Parmesan
  • frische Minze
  • 6-8 Scheiben Parmaschinken

Kartoffeln waschen und in Salzwasser ca. 10 Minuten kochen. Sie sollten noch nicht ganz durchgegart sein. Spargel schälen und die Enden großzügig abschneiden. Kartoffeln aus dem Wasser heben, abschrecken, halbieren und etwas abkühlen lassen. Erbsen ins Kartoffelwasser geben und eine Minute blanchieren, herausnehmen ind in einem Sieb mit kaltem Wasser abschrecken.

Das Filet in daumendicke Scheiben schneider und mit dem Flischhammer etwas plattieren, mit Salz und Pffer würzen.

Eine große, beschichtete Pfanne mit jeweils der Hälfte des Öl und Butterschmalzes erhitzen, Kartoffeln zu geben und bei mittlerer Hitze 5 Minuten braten, dann den Spargel zugeben und weitere 5 Minuten braten, mit Salz und Pfeffer würzen und anschließend den Pfanneninhalt sowie die Erbsen in eine große Auflaufform umsiedeln und im Ofen bei 100 Grad warmhalten.

Pfanne mit einem Küchentuch auswischen, Rest Öl und Butterschmalz erhitzen und das Fleisch in zwei Portionen kurz, aber kräftig anbraten. Vorgewärmte Teller mit Kartoffel-Spargelmischung und Fleisch anrichten. Mit Minze, Zitronenabrieb sowie Käse anrichten.

Panini

Gibt es eigentlich so etwas wie ein Geschmacksgedächtnis? Ich glaube schon, denn ich weiß noch ganz genau, wie göttlich die Scheibe Mortadella geschmeckt hat, die man als Kind immer beim Schlachter bekam, wenn man mit den Eltern dort einkaufte. Oder das Käsebrötchen, das wir uns in dem kleinen Tante Emma-Laden, der vom Rasenmäher bis zum Jägermeister nahezu alles im Angebot hatte, in der Nähe unseres Gymnasiums kauften, nachdem wir verbotenerweise ‚das Schulgelände verließen’…ein schnödes Weizenbrötchen (ohne Butter) mit einer dicken Scheibe Butterkäse…ein Hochgenuss!

Vor kurzem habe ich mir einen Kontaktgrill zugelegt…gar nicht mal, um mir saftige Steaks darauf zuzubereiten, sondern viel mehr, um die Kohlehydratfraktion am Laufen zu halten. Im gleichen Zug erinnerte ich mich an die hinreissenden Panini, die es am Gardasee quasi an jeder Ecke gab. Die besten allerdings wurden tatsächlich in der unmittelbaren Nachbarschaft unseres Feriendomizils zubereitet. Köstliches Brot mit Frischkäse bestrichen, mit geviertelten zuckersüßen Kirschtomaten und Parmaschinken belegt, außen warm und kross, innen kühl und saftig. Und dazu: ein Glas von dem leicht moussierenden Hauswein, der so kalt war, dass das Glas beschlug…schöner kann kein Urlaub beginnen. Als ich meine Panini erstmals zubereitet und gekostet habe, war er sofort wieder da, dieser ‚Gardasee-Moment‘.

Da es hierzulande kein geignetes Backwerk zu kaufen gibt, aus dem sich anständige Panini herstellen ließen, habe ich flux selbst welche gebacken. Es ist im Grunde ein Baguetteteig, der allerdings etwas weicher ist, was das Endprodukt fluffiger werden lässt und im Gegensatz zur französischen Schwester wird keinen Wert auf eine krosse Kruste gelegt, da diese unter dem Einfluss des Kontaktgrills ohnehin zerstört würde.

  • 350 g Mehl (plus etwas zusätzlich zum Justieren)
  • 8 g Salz
  • 1 Tüte Trockenhefe
  • 250 ml Wasser (lauwarm)
  • etwas Zucker

Alle Zutaten (idealerweise in der Küchenmaschine) zu einem Teig verkneten. Dieser dürfte jetzt noch sehr weich und klebrig sein, daher esslöffelweise mit Mehl nachjustieren, bis der Teig weich, aber kaum noch klebrig ist. Mit Mehl bestäuben und bei Zimmertemperatur 1 Stunde gehen lassen.

Anschließend dritteln und zu flachen Fladen formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. Ofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Im Anschluss ca. 15 Minuten backen und auf einem Rost (ohne das Backblech) abkühlen lassen.

Ich habe für den Anfang zweierlei Panini ausprobiert: bereits oben erwähnte Gardasee-Köstlichkeit und eins mit Kochschinken und Käse (von der Käsetheke, 3mm dick geschnitten, kräftigere Sorte). Beide sind exzellent, jedoch hat mich eins mehr berührt…genau!

Pesto Rosso – Frischkäse – Dip

Nun beginnt bald endlich wieder die Grillsaison…und nein, ich gehöre nicht zur der Hardcore Fraktion, die am 31. Dezember ab-, und am 1. Januar wieder angrillt. Aber darum soll es heute eigentlich auch gar nicht gehen. Zum Grillen sind die Beilagen superwichtig, vor allem die, mit denen man sich vorweg schon fast satt gefuttert hat.

Der Dip, der das möglichst selbstgebackene Brot umschmeichelt, gehört genauso dazu wie ein kühles Pils. Kräuterbutter, Aioli oder das legendäre Zaziki hat man irgendwann über, also müssen Alternativen her. Ich hab neulich durch Zufall ein Rezept entdeckt, dass mir so gut geschmeckt hat und in der Zubereitung nur wenige Sekunden dauert, dass es hier auf gar keinen Fall fehlen darf. Der Clou hierbei ist natürlich das Pesto. Das ist dermaßen aromatisch, daß es in Verbindung mit den übrigen Zutaten etwas in den Hintergrund tritt, aber genau die richtige ‚Aromatik‘ (ich gucke eindeutig zuviel Mälzer!) mitbringt.

  • 200 – 250 g Frischkäse mit Kräutern
  • 100 g Pesto Rosso
  • 150 g Naturjoghurt
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • etwas Zitronensaft

Alle Zutaten in einer Schüssel mit einem Schneebesen kräftig verrühren und würzen…abschmecken…Abfahrt!

Mascarponecreme mit fruchtiger Sauce

Ich hatte mal eine flüchtige Bekanntschaft, die war von Mascarponecreme ziemlich angetan. Ach was, sie war versessen auf Mascarpone…nein, sie war von ihr besessen und wahrscheinlich hätte sie sogar getötet dafür. Wann immer es galt, Wogen zu glätten oder ihr eine Freude zu machen, Mascarpone war mein universelles Erfolgsgeheimnis.
Vielleicht kurz ein paar Fakten zu Mascarpone: der Doppelrahmfrischkäse, der seine Herkunft bereits im Namen trägt, ist mit einem Fettanteil von 80% (nein, ich habe mich nicht verschrieben!) das einzige Lebensmittel, das ohne den Verdauungstrakt zu bemühen direkt auf Hüfte oder Wampe wandert. Angereichert mit natürlichen Geschmacksverstärkern wie Zucker, Zitrone und/oder Vanille ist Mascarpone Gaumenschmeichler, Seelentröster und Glücklichmacher in einem.
In dieser Version kommen immerhin noch ein paar Früchte zum Einsatz, so dass man zumindest den Anschein wahrt, nicht gänzlich auf Vitamine verzichten zu wollen.

  • 500 g Mascarpone
  • Saft und Abrieb einer Zitrone
  • 100 g Puderzucker
  • 250-300 g gemischte, gefrorene Beeren
  • ca. 150 g frische Beeren nach Saison
  • ggf. Zitronenmelisse zur Dekoration

Zunächst die gefrorenen Beeren in einer weiten Schüssel auftauen lassen (dauert länger, als man denkt!). Zitronenschale fein abreiben und die Zitrone anschließend auspressen. Mascarpone, Zitronenschale und -saft sowie 50 g Puderzucker mit dem Mixer gut verquirlen und kalt stellen. Beeren und restlichen Puderzucker pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Ggf. noch etwas nachzuckern. Frische Früchte, Beerensaft und Creme auf großen Tellern anrichen und mit Melisse dekorieren.

Ach ja, die ‚flüchtige Bekanntschaft‘ hielt über ein Jahrzehnt! Sie hat mich und mein Leben nachhaltig verändert und geprägt. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich heute nicht da, wo ich bin! Nach dem Beziehungsende und einer angemessenen Trauerphase stehen wir jetzt wieder in Kontakt. Wir haben uns immer noch viel zu sagen und unser Verhältnis zueinander ist geprägt von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung. Wenn aus Tränen der Enttäuschung Freudentränen werden, hat man das geschafft, was vielen vorbehalten bleibt: echte Freundschaft!!!
Dies ist eine kleine Hommage an dich, Britta. Danke für zehn tolle Jahre, es war eine wunderbare Zeit!

Fluffiger Zitronenkuchen

Woran merkt man eigentlich, das man alt wird? In allererster Linie daran, dass man sehr viel von früher erzählt. So auch bei diesem Soulfood. Meine Großmutter war vermutlich die beste Kuchenbäckerin der Welt…so wie zig tausend andere Großmütter auch! Sie backte besagten Zitronenkuchen immer in der Springform (26cm Durchmesser!). Clou dieses Meisterwerks war, dass aus Rührteig zunächst ein stinknormaler Kuchen gebacken wurde und erst nach dem Backen die ausgepressten Zitronen (samt Fruchtfleisch) über den noch warmen Kuchen gegeben wurden, den man zuvor mit einer Gabel flächendeckend perforiert hatte…grandios!

Als ich begann, mich für Kochen und Backen zu interessieren, habe ich ihr gelegentlich über die Schulter geschaut, denn Rezepte waren ihr fremd. Sie tippte dann immer mit einem Finger an die Stirn, wenn man sie darauf ansprach und sagte: „Alle hier oben drin, mein Junge!“ Das galt auch für ihren Sauerkirsch-Streuselkuchen, der so lecker war, dass er Weltkriege hätte beenden können.

  • 200 g weiche Butter
  • 200 g Zucker
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 4 gr. Eier
  • 200 g griechischer Joghurt
  • Saft von 4 Bio-Zitronen
  • Schale von 1 Bio-Zitrone
  • 500 g Mehl
  • 1 EL Backpulver
  • 1 EL Natron
  • Puderzucker zum Bestreuen

Ofen auf 170 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen (Mixer oder Küchenmaschine). Eier einzeln darunterarbeiten und weiterschlagen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Joghurt, Saft und Zitronenschale zugeben, nach und nach Mehl (mit Backpulver und Natron vermischt) einarbeiten.

Gugelhupf oder Springform ordentlich fetten und mehlieren, Teig einfüllen und ca. 45 Minuten backen und anschließend Stäbchenprobe machen.

Rührei aus dem Ofen

Ja, ich muß zugeben: die ganz hohe Schule ist das nun mal wirklich nicht, aber irgendwie schmeckt es saulecker und insbesondere für Gäste kann man durchaus einen kleinen ‚Wow-Effekt‘ erzielen. Merke: je frischer die Eier, desto höher türmt sich Ei aus der Souffléform. Und das Tollste an dem Gericht ist, dass es so herrlich unkompliziert daherkommt und man nicht dauernd rühren und aufpassen muss, dass nichts anbrennt.

Zutaten je Förmchen:

  • 2 kleine Eier
  • 40 ml Milch
  • Salz und weißer Pfeffer
  • ggf. etwas Schnittlauch oder gebratene Speckwürfel etc.

Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Eier mit Milch, Salz und Pfeffer verquirlen, ggf um weitere Zutaten (s.o.) ergänzen, in eine gefettete (!!!) Souffléform gießen. Diese darf keinesfalls mehr als zu 2/3 gefüllt sein, sonst gibts ne Sauerei im Ofen. Die Förmen in eine flache Auflaufform stellen (ich verwende hier immer eine flache GN-Schale) und dann für ungefähr 20 Minuten (oder auch ein paar mehr) in den Ofen stellen.Anschließend sofort servieren, weil sich der ‚Turm‘ leider nicht lange hält.

Pasta – Fettucine – Bandnudeln

Die Geschichte der Pasta ist eine sehr umstrittene. Die Italiener behaupten, sie hätten sie erfunden, tatsächlich kommt die Nudel wohl aber tatsächlich aus China. Unumstritten ist für mich in jedem Fall, dass die Italiener die weltbesten Gerichte rund um die Pasta entwickelt haben. Neulich bin ich durch puren Zufall auf eine Netflix Serie namens ‚Chef’s Table‘ gestoßen. Hier werden Spitzköche aus der ganzen Welt portraitiert, und zwar auf eine äußerst sympathische Art und Weise. Die Folge, die ich gesehen habe, handelte von Massimo Bottura. Einem Drei-Sterne-Koch, der als einer der besten Köche der Welt gilt. In seiner Osteria Francesca in Modena kreiert er Gerichte, die wahre Kunstwerke darstellen. Der geneigte Leser kann sich ja bei Gelegenheit mal ‚The crunchy part of the lasagna‘ ansehen…einfach nur genial!

Heute sind wir einige Etagen weiter unten im kulinarischen Regal und befassen uns mit der Herstellung einfacher Pasta…wobei die frisch hergestellten auch eine wahrliche Delikatesse sind und so viel geiler schmecken als die fertig gekauften. Allerdings ist eine Nudelmaschine vonnöten, die das gleichmäßige Ausrollen übernimmt. Die Nonna in Modena erledigt dies selbstverständlich händisch mit einem risengroßen Nudelholz, aber ich vermute, als Ungeübter würde dieses Unterfangen in einer Katastrophe enden.

Das Grundrezept ist so einfach: 2 Teile Hartweizengrieß (ich verwende Semola di Grano Duro), 1 Teil Mehl, je Teil ein Ei, etwas Olivenöl, Salz und fertig…

  • 200g Hartweizengrieß
  • 100 g Mehl
  • 3 Eier
  • etwas Salz
  • etwas Olivenöl
  • ggf. ganz wenig Wasser

Alle Zutaten in der Küchenmaschine zun einem festen, aber homogenen Teig verarbeiten. In Folie im Kühlschrank nindestens 3 Stunden ruhen lassen. Erst danach vierteln und Stück für Stück in der Nudelmaschine von Stufe 1 bis Stufe 5 durchdrehen. Anschließend die Bahnen ordentlich mehlieren, aufrollen und mit einem scharfen Messer in Streifen schneiden. Abschließend nochmal ordentlich mit Grieß vermengen (damit nichts anklebt) und bis zum Kochen im Kühlschrank parken.

Saftiger Butterkuchen

An Butterkuchen, oder wie man bei uns zuhause immer sagte, Zuckerkuchen, hat wohl fast jeder eine besondere Erinnerung. Hier kommt meine: in dem beschaulichen Örtchen, in dem ich aufwuchs, gab es noch mehrere ‚richtige‘ Bäckereien, also so welche, die imstande waren, Brot und Brötchen gänzlich ohne die heute üblichen Backmischungen herzustellen und in deren Backstuben es immer himmlisch nach echtem Sauerteig roch, aus dem das köstliche Schwarzbrot gebacken wurde. Genauso eine war die Bäckerei Döhrmann. Der Verkaufsraum war kaum größer als zwei Tischtennisplatten, Frau Döhrmann stand hinter dem Tresen, er in der Backstube, alles klassisch sozusagen. Meine Großmutter, die bei uns mit im Haus wohnte, bestand darauf, dass es mindestens einmal pro Woche frischen Zuckerkuchen zu geben hatte, den ich als 8-Jähriger mit dem Fahrrad einkaufte, wogegen ich mich auch nie sträubte. Ich werde niemals diesen Duft vergessen, wenn ich die Bäckerei betrat: frischer Brot- und Kuchenduft paarte sich olfaktorisch mit einer jahrzehntealten Vollholzladenausstattung…göttlich. Das Tollste jedoch war, dass ich hin und wieder – je nach Laune von Frau Döhrmann – ein Negerkussbrötchen geschenkt bekam, das damals politisch noch völlig korrekt war und einfach phantastisch schmeckte. Den Butterkuchen von Döhrmanns habe ich selber nie so hinbekommen, aber meiner schmeckt trotzdem toll und bringt mir immer wieder ein Stückchen Heimat ins Gedächtnis!

  • 500 g Mehl (Typ 405 oder 550)
  • 3 EL Zucker
  • etwas Salz
  • 1 Ei
  • 100 g flüssige Butter
  • 200 ml Milch
  • 1 Würfel frische Hefe

Für den Belag:

  • 180 g kalte Butter
  • 100 g Mandelblättchen
  • 6 EL Zucker
  • 200 ml flüssige Sahne

Hefe in lauwarmer Milch und 1 El Zucker auflösen. Mehl, restlichen Zucker und Salz verrühren. Eine Vertiefung in die Mitte drücken und die flüssige Hefemilch einfüllen. Nun abwarten, bis die Hefe aufgeht, dann die flüssige Butter und das Ei unter den gesamten Teig kneten. Alles gut durchkneten und an einem warmen Ort zugedeckt 30 – 45 Minuten gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Diesen Teig auf einem gefetteten Backblech ausrollen, am besten die Fettpfanne (Backblech mit höherem Rand) dafür verwenden. So läuft später keine Butter über. Für 15 Minuten bei 50 °C auf der mittleren Schiene erneut gehen lassen. Herausnehmen und kleine Vertiefungen in den gegangenen Teig drücken. Jetzt den Backofen auf 225 °C vorheizen.

In der Zwischenzeit 180 g kalte Butter in die Vertiefungen drücken und mit den Mandelblättchen und dem Zucker bestreuen. In ca. 15 Minuten goldgelb backen bei Unter-/Oberhitze auf der mittl. Schiene. Sofort nach dem Herausnehmen mit der flüssigen Sahne beträufeln. So bleibt der Kuchen schön saftig. Am besten lauwarm servieren.

Bifteki

Ich muss jetzt mal eine Lanze brechen für diese leckeren kleinen Scheißerchen, die immer nur ein kümmerliches Schattendasein fristen neben Suflaki und dem übermächtigen Gyros. Die Rede ist natürlich von griechischer Folkloreküche!

Neulich war ein Kumpel zu Besuch und ich wollte eigentlich nur ein paar Suflakispieße machen, habe dann an der Fleischtheke aber das hinreissend aussehende Rinderhack entdeckt und mich daran erinnert, dass man Bifteki bestimmt auch ganz saftig hinbekommen könnte.

Gesagt, getan! Hier ist das vorläufige Endergebnis:

  • 300 g Rinderhack
  • Salz, Pfeffer
  • 1 kl. Zwiebel, sehr fein gewürfelt
  • 1 Ei
  • 2-3 EL Paniermehl
  • 2 TL Oregano
  • 1 TL Gyrosgewürz (idealerweise dieses hier)

Alle Zutaten gründlich vermengen und ggf. nochmal abschmecken. In einer Grillpfanne oder auf dem ‚richtigen‘ Grill kräftig anbraten (bzw. angrillen) unds anschließend im Backofen bei 150 Grad garziehen lassen.

Ideale Begleiter: Zaziki, Metaxasauce und Krautsalat