Fluffiger Zitronenkuchen

Woran merkt man eigentlich, das man alt wird? In allererster Linie daran, dass man sehr viel von früher erzählt. So auch bei diesem Soulfood. Meine Großmutter war vermutlich die beste Kuchenbäckerin der Welt…so wie zig tausend andere Großmütter auch! Sie backte besagten Zitronenkuchen immer in der Springform (26cm Durchmesser!). Clou dieses Meisterwerks war, dass aus Rührteig zunächst ein stinknormaler Kuchen gebacken wurde und erst nach dem Backen die ausgepressten Zitronen (samt Fruchtfleisch) über den noch warmen Kuchen gegeben wurden, den man zuvor mit einer Gabel flächendeckend perforiert hatte…grandios!

Als ich begann, mich für Kochen und Backen zu interessieren, habe ich ihr gelegentlich über die Schulter geschaut, denn Rezepte waren ihr fremd. Sie tippte dann immer mit einem Finger an die Stirn, wenn man sie darauf ansprach und sagte: „Alle hier oben drin, mein Junge!“ Das galt auch für ihren Sauerkirsch-Streuselkuchen, der so lecker war, dass er Weltkriege hätte beenden können.

  • 200 g weiche Butter
  • 200 g Zucker
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 4 gr. Eier
  • 200 g griechischer Joghurt
  • Saft von 4 Bio-Zitronen
  • Schale von 1 Bio-Zitrone
  • 500 g Mehl
  • 1 EL Backpulver
  • 1 EL Natron
  • Puderzucker zum Bestreuen

Ofen auf 170 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. Butter mit Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen (Mixer oder Küchenmaschine). Eier einzeln darunterarbeiten und weiterschlagen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Joghurt, Saft und Zitronenschale zugeben, nach und nach Mehl (mit Backpulver und Natron vermischt) einarbeiten.

Gugelhupf oder Springform ordentlich fetten und mehlieren, Teig einfüllen und ca. 45 Minuten backen und anschließend Stäbchenprobe machen.

Werbeanzeigen

Saftiger Butterkuchen

An Butterkuchen, oder wie man bei uns zuhause immer sagte, Zuckerkuchen, hat wohl fast jeder eine besondere Erinnerung. Hier kommt meine: in dem beschaulichen Örtchen, in dem ich aufwuchs, gab es noch mehrere ‚richtige‘ Bäckereien, also so welche, die imstande waren, Brot und Brötchen gänzlich ohne die heute üblichen Backmischungen herzustellen und in deren Backstuben es immer himmlisch nach echtem Sauerteig roch, aus dem das köstliche Schwarzbrot gebacken wurde. Genauso eine war die Bäckerei Döhrmann. Der Verkaufsraum war kaum größer als zwei Tischtennisplatten, Frau Döhrmann stand hinter dem Tresen, er in der Backstube, alles klassisch sozusagen. Meine Großmutter, die bei uns mit im Haus wohnte, bestand darauf, dass es mindestens einmal pro Woche frischen Zuckerkuchen zu geben hatte, den ich als 8-Jähriger mit dem Fahrrad einkaufte, wogegen ich mich auch nie sträubte. Ich werde niemals diesen Duft vergessen, wenn ich die Bäckerei betrat: frischer Brot- und Kuchenduft paarte sich olfaktorisch mit einer jahrzehntealten Vollholzladenausstattung…göttlich. Das Tollste jedoch war, dass ich hin und wieder – je nach Laune von Frau Döhrmann – ein Negerkussbrötchen geschenkt bekam, das damals politisch noch völlig korrekt war und einfach phantastisch schmeckte. Den Butterkuchen von Döhrmanns habe ich selber nie so hinbekommen, aber meiner schmeckt trotzdem toll und bringt mir immer wieder ein Stückchen Heimat ins Gedächtnis!

  • 500 g Mehl (Typ 405 oder 550)
  • 3 EL Zucker
  • etwas Salz
  • 1 Ei
  • 100 g flüssige Butter
  • 200 ml Milch
  • 1 Würfel frische Hefe

Für den Belag:

  • 180 g kalte Butter
  • 100 g Mandelblättchen
  • 6 EL Zucker
  • 200 ml flüssige Sahne

Hefe in lauwarmer Milch und 1 El Zucker auflösen. Mehl, restlichen Zucker und Salz verrühren. Eine Vertiefung in die Mitte drücken und die flüssige Hefemilch einfüllen. Nun abwarten, bis die Hefe aufgeht, dann die flüssige Butter und das Ei unter den gesamten Teig kneten. Alles gut durchkneten und an einem warmen Ort zugedeckt 30 – 45 Minuten gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Diesen Teig auf einem gefetteten Backblech ausrollen, am besten die Fettpfanne (Backblech mit höherem Rand) dafür verwenden. So läuft später keine Butter über. Für 15 Minuten bei 50 °C auf der mittleren Schiene erneut gehen lassen. Herausnehmen und kleine Vertiefungen in den gegangenen Teig drücken. Jetzt den Backofen auf 225 °C vorheizen.

In der Zwischenzeit 180 g kalte Butter in die Vertiefungen drücken und mit den Mandelblättchen und dem Zucker bestreuen. In ca. 15 Minuten goldgelb backen bei Unter-/Oberhitze auf der mittl. Schiene. Sofort nach dem Herausnehmen mit der flüssigen Sahne beträufeln. So bleibt der Kuchen schön saftig. Am besten lauwarm servieren.

Einfacher Apfelkuchen

Ich hatte ja vor geraumer Zeit schon einmal ein Apfelkuchenrezept gepostet. Das kam ganz gut an, hat aber auch einige abgeschreckt, weil es angeblich zu kompliziert gewesen sei. Obwohl das natürlich nicht stimmt, habe ich jetzt noch mal eins rausgesucht, das wirklich richtig einfach ist und unglaublich fix zubereitet ist.

Da ich ein sehr großer Fan von Rosinen bin, würde ich dieses Rezept wohl noch um eine kleine Tasse Rosinen ergänzen (die vorher 2 Stunden in etwas Rum gebadet haben), aber leider ist diese Köstlichkeit so gar nicht jedermanns Sache.

  • 200 g Margarine
  • 200 g Zucker
  • 4 Eier
  • 300 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • ca. 100 ml Apfelsaft
  • 1 Prise Salz
  • 500 g Äpfel (möglichst säuerlich)

sdr
 

Ofen auf 180 Grad (Ober u. Unterhitze) vorheizen. Margarine und Zucker mit den Schneebesen des Mixers schaumig schlagen. Nach und nach die Eier einzeln unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und mit dem Salz und dem Apfelsaft unterrühren.

dav
 

dav
 

dav

Äpfel vierteln, schälen, in Stücke schneiden und unter den Teig mischen. Den Teig in eine Springform füllen und für ca. 40 Minuten backen.

dav

dav

Apfelkuchen mit Schmand und Streuseln

Ich liebe Apfelkuchen!!! Obwohl Süßes ja eigentlich nicht so wirklich zu meinen Leibspeisen gehört, stehe ich doch sehr auf Variationen dieses Klassikers. Kaum eine Frucht ist kuchenmäßig so variabel. Ich habe nach Fertigstellung dieses Exemplars beschlossen, hier nach und nach meine allerliebsten Apfelkuchen zu präsentieren.

Dieser Apfelkuchen ist in doppelter Hinsicht interessant: er schmeckt lauwarm ziemlich köstlich, weil er ein wenig an den Geschmack eines Apfelstrudels erinnert, was nicht zuletzt den Rosinen und den gehackten Mandeln geschuldet ist. Toll ist er aber auch, wenn er über Nacht im Kühlschrank Zeit hatte, so richtig durchzuziehen, denn der Schmand sorgt dafür, dass er am nächsten Tag immer noch so richtig saftig schmeckt.

img_20160814_140909.jpg

Für den Teig:

  • 200 g Mehl
  • 125 g Butter, kalt, in Stückchen
  • 100 g Zucker
  • 1 Ei
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Aus den angegebenen Zutaten schnell einen Teig kneten (geht am Besten mit den Händen), zu einer Kugel formen und in Klarsichtfolie gewickelt mind. 30 Minuten (besser noch 60 Minuten) in den Kühlschrank stellen.

img_20160814_140109.jpgimg_20160814_140340.jpg

Für die Füllung:

  • 5 säuerliche Äpfel
  • 150 g Schmand
  • 100 g Zucker
  • 1 Ei
  • 3 EL Mehl
  • Saft einer halben Zitrone
  • 40 g Rosinen (in Rum eingeweicht)

Das Ei in einer großen Schüssel schaumig schlagen, den Zucker einrühren und kurz weiterschlagen. Dann Schmand, Mehl und Zitronensaft untermischen. Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und mittels eines Hobels dünne Scheiben direkt in den Teig hobeln. Zwischendurch immer wieder unterheben, damit sie nicht braun werden. Rosinen abtropfen lassen und unterheben.

img_20160814_142213.jpg

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und eine Springform (rund oder eckig) damit auskleiden und einen Rand ‚hochziehen‘. Die Apfel-Schmandmasse darin verteilen.

img_20160814_142943.jpg

img_20160814_145849.jpg

Für die Streusel:

  • 60g Butter
  • 50g Mehl
  • 50g gehackte Mandeln
  • 4 EL Zucker (braun)
  • 1/4-1/2 TL Zimt

Aus den Zutaten mit den Händen Streusel kneten und auf dem Kuchen verteilen.Bei 180 Grad (Ober- u. Unterhitze) 45 Minuten backen.

img_20160814_150123.jpgimg_20160814_150126.jpg

KÖSTLICH!!!

img_20160814_183348.jpg