Immer-wieder-Aufwärm-Suppe

Mittlerweile liebe ich Eintöpfe über alles! So eine ordentlich deftige Suppe mit allem, was dort hineingehört, ist schon etwas richtig Feines! Das war beileibe nicht immer so. Wir hatten zuhause einen wahnsinnig großen Gemüsegarten, der die typischen Gemüsesorten abwarf: Zwiebeln, Bohnen, Möhren, Kartoffeln, Erbsen, und und und. Selbst meine Großmutter, die ich bis heute für die größte Instinktköchin der Welt halte, fand hier ihre Meisterin: Eintöpfe waren nicht so ihr Ding. Erst Jahrzehnte später fand ich heraus, woran es mangelte…ausreichend Salz! Sie setzte die Brühe an, würzte sie einmal und das war’s dann auch. Das Endergebnis war stets eine lasche Plörrsuppe ohne wirklichen Charakter! Ich habe als Kind nie verstanden, weshalb mein Vater ständig nachwürzte beim Essen…heute kann ich das absolut nachvollziehen! Als ich mich eintopftechnisch emanzipierte, habe entsprechend fetter gewürzt und siehe da: es lief plötzlich!

Dieser Eintopf hier ist etwas ganz Besonderes…er wird mit jedem Aufwärmen leckerer. Schuld daran sind vor allem die Kartoffeln, die natürlich bei jedem Erhitzen mehr zerfallen und so für steigende Sämigkeit sorgen. Im übrigen ist dieses Rezept stellvertretend für viele, die sich subsummieren lassen unter meinem Kochcredo, das da lautet: Alles kein Hexenwerk! Wäre übrigens auch ein super Titel für ein Kochbuch!

  • 4  Mettenden 
  • 3  Möhren 
  • 1  Stange Porree (Lauch) 
  • 1  Zwiebel 
  • 400 g Kartoffeln 
  • 2 EL Öl 
  • 4 TL Gemüsebrühe (instant) 
  • 1 TL getrockneter Oregano 
  • 1 Dose(n) (850 ml) weiße Bohnenkerne 
  • 1 Dose(n) (425 ml) stückige Tomaten 
  •  Salz, Pfeffer, Zucker 

Die Zubereitung ist gleichermaßen einfach wie schnell. Die Mettenden, bzw. Rauchenden (wie man bei uns sagt) in Scheiben schneiden. Möhren schälen, längs vierteln und in Stücke schneiden. Porree putzen und in Ringe schneiden, Zwiebel schälen und würfeln, Kartoffeln ebenfalls, allerdings gröber.

Öl in einem Topf erhitzen, Wurst, und Zwiebeln darin anbraten, Gemüse dazugeben, mit 1 Liter Wasser angießen und aufkochen lassen, Brühe und Oregano zugeben und ca. 15 min köcheln lassen.

Bohnen in ein Sieb gießen und mit kaltem Wasser abspülen. Tomaten samt Saft in die Suppe geben, Bohnen zufügen und 5 Minuten weiterkochen, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Käse-Makkaroni

„Ich hätte gerne einen Bagel mit Chia-Topping…belegt mit veganem Käse und Ponzu-Soja-Crème – das Salatblatt ist doch sicher bio, oder?“ Die Deutschen sind ganz groß darin, auch wirklichen jeden Firlefanz aus Amiland mitzumachen. Wir schauen keinen Kinofilm mehr, sondern natürlich einen ‚Blockbuster‘, auch isst man kein schnödes Steak mehr, sondern mit abgespreiztem kleinen Finger ein ‚Sirloin‘. Und ein Brötchen ist selbstverständlich kein Brötchen mehr, sondern neuerdings ein fancy ‚Bagel‘, mit einem Loch in der Mitte, das die Verwandschaft zum zuckrig-klebrigen Halbbruder, dem Donut offenbart. Beide sind natürlich völlig sinnfrei, schließlich ist es der übliche Krempel wie früher, nur in neue Formen gegossen. Daher bereite ich heute Käse-Makkaroni, und nicht ‚Mac & Cheese‘ zu, wie der angloamerikanische Systemgastronom es anpreisen würde.

Besondere Bedeutung kommt hier dem Käse zu. Mit ihm steht und fällt das ganze Gericht. Ich kann nur dringend von abgepacktem, fertig geriebenem Gouda abraten: Zum Einen ist er nahezu geschmacksneutral, zum Anderen ist er mit chemischen Trennmitteln besprüht, damit der Käse schön locker bleibt und nicht zusammenklebt. Ich empfehle hier einen guten, mittelalten Gouda oder sogar einen nicht zu reifen Bergkäse…die freundliche Käsethekenfachkraft wird euch schon richtig beraten.

Ach ja: ich habe noch eine Packung Würfelschinken drangetan…ist einfach geiler!

  • 1 Stange Lauch
  • 2 El Butter, weich
  • Salz
  • Pfeffer
  • 200 g Makkaroni
  • 250 g Schmand
  • 4 El Milch
  • 2 Tl mittelscharfer Senf
  • 0.25 Tl Cayennepfeffer
  • 200 g mittelalter Gouda
  • 1 Büffelmozzarella, (125 g)
  • 3 El Semmelbrösel
  • ggf. Würfelschinken nach Belieben

Lauch putzen, längs halbieren, gründlich waschen und in 1/2 cm breite Stücke schneiden. 1/2 El Butter in einem Topf schmelzen. Lauch darin 5 Min. dünsten und mit Salz und Pfeffer würzen.

Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung bissfest garen. Schmand mit Milch und Senf glattrühren. Mit Salz und Cayenne würzen. Gouda raspeln und Mozzarella würfeln. Käse unter die Schmandmischung rühren. Nudeln abgießen, gut abtropfen lassen und mit dem Käseschmand, Lauch und ggf. Schinken mischen.

Eine hohe Auflaufform mit 1/2 El Butter fetten. Nudeln in die Form füllen und mit Semmelbröseln bestreuen. 1 El Butterflöckchen darauf verteilen. Im heißen Ofen bei 180 Grad im unteren Ofendrittel 25 Min. backen. (Umluft nicht empfehlenswert).

Eins noch: eigentlich wollte ich dieses Rezept nicht posten, weil so Nudelgedöns in den seltensten Fällen appetitlich aussieht. Aus Jux habe ich das fertige Teil ein paar Sekunden lang gefilmt und bei Facebook gepostet…mit für meine Dimensionen zahlreichen Reaktionen. Daher jetzt hier doch das Rezept, aber mit vergleichsweise wenigen Fotos.

Pilze, Pilze, Pilze

Ja, ich weiß, dass jetzt wieder einige an meinem Verstand zweifeln werden (möglicherweise ja sogar völlig zurecht), aber selbstgesuchte Pilze im Herbst sind geschmacklich geiler als jedes Stück Fleisch dieser Welt.

Dabei hat das Ganze natürlich eine klitzekleine Vorgeschichte. Bereits als kleiner Junge bin ich immer mit Mutter und damals sogar noch Großmutter ‚in die Pilze‘ gefahren, wie es damals schon hieß. Für ein Kind ist so etwas natürlich immer eine ambivalente Sache: Findet man was, ist alles okay, falls nicht oder nur sehr wenig, wird’s ganz schnell öde. Erschwerend kam hinzu, dass meine Mutter immer kein Ende finden konnte. Dafür wurde man zum Abendbrot mit einer Pilzmahlzeit verwöhnt, die es in sich hatte.

Heute hingegen hat die ganze Chose eher meditativen Charakter. Letzten Sonntag bin ganz früh los, Handy auf Flugmodus, damit man ungestört bleibt und dann ab ins Unterholz. Dieser Waldgeruch, gepaart mit einigen Sonnenstrahlen und absoluter Stille ist Balsam für die Seele, Gefühlswellness quasi.

Ich suche übrigens ausschließlich Steinpilze oder Maronen. Eine Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren oder gar giftigen Pilzen besteht nicht. Wenn die Ausbeute ansehnlich war, gibt es abends immer noch Pilze, deren Zubereitung exakt genauso ist wie damals.Ein direktes Rezept gibt es tatsächlich nicht, nur die 5 klassischen Zutaten:

  • Steinpilze und/oder Maronen
  • durchwachsener, geräucherter Speck
  • Zwiebeln
  • Salz und Pfeffer

Die Pilze von Moos, Nadeln und Sand befreien. dies am besten mit einem feuchten Küchentuch bewerkstelligen. Sollte ein Wascher der kleinen Goldstücke unumgäglich sein, dann dies bitte unmittelbar vorm Braten tun, und zwar im stehenden Wasser und nur ganz ganz kurz. Anschließend auf einem Küchentuch trocknen.

In Streifen geschnittener Speck sowie klein geschnittene Zwiebeln in etwas Butterschmalz auslassen und aus der Pfanne nehmen. Im Bratfett Pilze kräftig anbraten, salzen und pfeffern und das Speck-Zwiebelgemisch wieder zufügen.

Dazu eine Scheibe gebuttertes Graubrot und ein Pils!

Wurstsalat

Bevor jetzt die beschauliche Jahreszeit beginnt und ich endlich auch wieder Zeit und Muße habe, geile Gerichte zu kochen, gibt’s heute nochmal was aus der bajuwarischen Biergartenfraktion.

Erstmalig Kontakt hatte ich mit dieser Art von Küche, als ich vor zig Jahren für einige Tage in Bayern war. Obatzda, Weißwurst (nur vor 12 Uhr mittags), Schweinsbraten und eben dieser fantastische Wurstsalat, gepaart mit frischem Laugengebäck hat mich nicht nur entzückt, sondern auch vollends überzeugt. Und wieder mal ist es die geschmackliche Mischung der einzelnen Komponenten, die ein Ganzes draus macht. saure Gurken, würziger Käse, pikante Zwiebel, Gaumenschmeichler Fleischwurst und als Bindeglied süß-saures Dressing – aromatischer geht’s kaum!

  • 300 g. Fleischwurst im Ring („Gekochte“)
  • 150 g milder Bergkäse im Stück
  • 1 gr. rote Zwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 3 Gewürzgurken aus dem Glas, schräg in Scheiben geschnitten
  • 5 cl neutrales Öl
  • 5 cl Tafelessig
  • 1 TL Senf
  • 2 TL Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • Pfeffer
  • etwas Gurkenflüssigkeit der Gewürzgurken

Beginnen wir mit dem Dressing: Dafür die letzten 7 Zutaten in einem verschließbaren Glas zusammenmischen, kräftig schütteln und anschließend ruhen lassen.

Fleischwurst in dünne Scheiben, Bergkäse in Stifte schneiden, mit Zwiebel und Gurke und schließlich dem Dressing mischen und mindestens 1/2 Stunde, gern auch länger durchziehen lassen.

Das war’s auch schon!

Entenbrust mit Schalottensauce

Entenbrust ist die Königin des kurzgebratenen Geflügels. Zart, saftig und dennoch kross soll sie sein. Die dazugehörige Sauce soll selbstverständlich aromatisch, würzig und vor allem lecker sein…ein Spagat, der nicht immer funktioniert.

Als ich vor weit über 20 Jahren meine Entenbrustkarriere begann, war alles noch ganz einfach; die Entenbrüste (meist männlich) waren groß und fett…daraus ließen sich hervorragende Saucen zaubern. Mittlerweile sind sie eher klein und verfügen unter der Haut über keine ausgeprägte Fettschicht mehr. Das führt letztendlich dazu, dass die Sauce, die keinem Schmorgericht sondern einem kurzgebratenen Stück Fleisch entspringt, kein ausreichendes Aroma mehr besitzt.

Mit einem kleinen Trick kann man die Saucendämonen dennoch überlisten!

  • 1 Entenbrust, möglichst aus Frankreich
  • 1 Handvoll Schalotten, geschält und halbiert
  • 1/2 Glas Weißwein
  • 125 ml Sahne
  • 125 g Creme fraiche
  • Salz und Pfeffer
  • ggf. etwas Sojasauce

Die Haut der Entenbrust kreuzweise einschneiden. Das hört sich lapidar an, ist aber durchaus tricky…denn es darf tatsächlich ausschließlich die Haut und keinesfalls das Fleisch eingeschnitten werden, denn ansonsten saftet das Fleisch aus und wird trocken und zäh! Dann üppig mit Salz und Pfeffer würzen.

Nun zum ersten Teil des o.g. Tricks: das Fleisch in eine kalte (!) Pfanne legen, die Hitze auf 2/3 der Leistung hochdrehen und langsam anbraten. Hierbei lässt sich beobachten, wie das Entenfett nach und nach ausbrät.

Brust wenden, weiterbraten und erneut wenden. Wenn die Haut beginnt braun zu werden, die Entenbrust aus der Pfanne nehmen und in einer passenden Auflaufform in den Ofen schieben, die auf 200 Grad vorgeheizt wurde. Schalotten im Bratfett andünsten, bis sie braun werden und mit Wein ablöschen und mit Sahne und Creme fraiche verrühren. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Sojasauce abschmecken und sachte einkochen lassen.

Nun kommt der wichtigste Akt: Die Sauce, die sich in der Auflaufform im Ofen bei der Ente gesammelt hat, zum Saucenansatz geben…jetzt entsteht der perfekte Entengeschmack!

Gyros Pita

Drehen wir Zeit mal eben kurz um 30, oder besser 35 Jahre zurück. Eine flächendeckende Versorgung (oder sollte ich nicht vielleicht eher von ‚Unterwanderung‘ sprechen) durch Fast Food Konzerne wie MCD, BK oder KFC war (noch) nicht gegeben und der aus meiner Sicht völlig unerklärliche Siegeszug von türkischen Dönerbutzen hatte gerade erst begonnen, da hatte sich neben der omnipräsenten Currywurst ein Gaumenschmaus etabliert, der heutzutage nahezu gänzlich ausgestorben scheint: Gyros Pita!!!

Diese Köstlichkeit war gleichermaßen schlicht und schmackthaft. Grundlage war ein (selbstgebackenes) fluffiges Hefebrötchen, das seine finale Knusprigkeit in einem Kontaktgrill erhielt und anschließend mit frisch heruntergeschnittenem (nicht ‚abrasiert‘) wohlschmeckendem Gyros sowie Krautsalat gefüllt wurde. Je nach dem, ob man abends noch ein Date hatte, kamen optional geschnittene Zwiebeln und Zaziki zum Einsatz und hin und wieder gabs noch eine eingelegte, mittelscharfe Peperoni obendrauf. Das war gelebtes Streetfood in den Achtzigern.

Ein Rezept sucht man hierfür vergebens, es ist doch einfach nur die Kombination aus mehrenen Einzelgerichten.

Natürlich ist das Ganze etwas Arbeit, aber die geschmackliche Belohnung ist dafür um so größer!

Schweinefilet mit Spargel-Gröstel

Ein Gröstel (oder auch Gröstl) ist so ein Pfannengedöns, bei dem Kartoffeln, Fleisch und meistens noch ein Gemüse nacheinander angebraten werden. In diesem Fall habe ich, wie der Titel bereits wage erahnen lässt, Spargel genommen. Das Besondere ist, daß der Spargel nicht vorher gekocht oder blanchiert sondern roh mitgebraten wird. Wenn man den Garpunkt einigermaßen trifft und der Spargel noch Biss hat, ist eine richtig leckere Angelegenheit.

A propos Spargel: als ich diesen im Supermarkt gekauft habe, wohlwissend, dass Ende März heimischer Spargel noch nicht zu erwerben ist, wurde ich prompt von so einer Weltverbesserin in der Schlange an der Kasse angepampt. Warum ich denn jetzt ausländischen Spargel kaufen müsse und nicht auf heimische und saisonale Produkte ausweichen könnte, blabla, ökologischer Fußabdruck blabla, und so weiter. Für gewöhnlich reagiere ich auf solche Kneifzangen hochallergisch und verliere schnell meine gute Erziehung und kann auch schon mal ausfallend werden. Nach einem kurzen Blick in ihren Einkaufswagen habe ich sie nur mit einem süffisanten Lächeln angesehen und so etwas gesagt wie: ‚gute Frau, solange sie französischen Weichkäse und irische Butter kaufen, Kleidung tragen, die womöglich in Bangladesch von flinken Kinderhänden genäht wurde und sie möglicherweise ein Auto fahren, das aus Japan hier herverschifft wurde, erlaube ich mir, spanischen Spargel zu kaufen!‘ Ich glaube, dass ich ihr den Tag geraubt habe!

  • 500 g kleine Kartoffeln (Drillinge)
  • Salz und Pfeffer
  • 500 – 600 g weißer Spargel
  • 150 g TK-Erbsen
  • 1 großes Schweinefilet, ca. 600 g
  • Abrieb einer Biozitrone
  • 8 EL Öl
  • 50 g Butterschmalz
  • 50 g grob geriebenen Parmesan
  • frische Minze
  • 6-8 Scheiben Parmaschinken

Kartoffeln waschen und in Salzwasser ca. 10 Minuten kochen. Sie sollten noch nicht ganz durchgegart sein. Spargel schälen und die Enden großzügig abschneiden. Kartoffeln aus dem Wasser heben, abschrecken, halbieren und etwas abkühlen lassen. Erbsen ins Kartoffelwasser geben und eine Minute blanchieren, herausnehmen ind in einem Sieb mit kaltem Wasser abschrecken.

Das Filet in daumendicke Scheiben schneider und mit dem Flischhammer etwas plattieren, mit Salz und Pffer würzen.

Eine große, beschichtete Pfanne mit jeweils der Hälfte des Öl und Butterschmalzes erhitzen, Kartoffeln zu geben und bei mittlerer Hitze 5 Minuten braten, dann den Spargel zugeben und weitere 5 Minuten braten, mit Salz und Pfeffer würzen und anschließend den Pfanneninhalt sowie die Erbsen in eine große Auflaufform umsiedeln und im Ofen bei 100 Grad warmhalten.

Pfanne mit einem Küchentuch auswischen, Rest Öl und Butterschmalz erhitzen und das Fleisch in zwei Portionen kurz, aber kräftig anbraten. Vorgewärmte Teller mit Kartoffel-Spargelmischung und Fleisch anrichten. Mit Minze, Zitronenabrieb sowie Käse anrichten.

Panini

Gibt es eigentlich so etwas wie ein Geschmacksgedächtnis? Ich glaube schon, denn ich weiß noch ganz genau, wie göttlich die Scheibe Mortadella geschmeckt hat, die man als Kind immer beim Schlachter bekam, wenn man mit den Eltern dort einkaufte. Oder das Käsebrötchen, das wir uns in dem kleinen Tante Emma-Laden, der vom Rasenmäher bis zum Jägermeister nahezu alles im Angebot hatte, in der Nähe unseres Gymnasiums kauften, nachdem wir verbotenerweise ‚das Schulgelände verließen’…ein schnödes Weizenbrötchen (ohne Butter) mit einer dicken Scheibe Butterkäse…ein Hochgenuss!

Vor kurzem habe ich mir einen Kontaktgrill zugelegt…gar nicht mal, um mir saftige Steaks darauf zuzubereiten, sondern viel mehr, um die Kohlehydratfraktion am Laufen zu halten. Im gleichen Zug erinnerte ich mich an die hinreissenden Panini, die es am Gardasee quasi an jeder Ecke gab. Die besten allerdings wurden tatsächlich in der unmittelbaren Nachbarschaft unseres Feriendomizils zubereitet. Köstliches Brot mit Frischkäse bestrichen, mit geviertelten zuckersüßen Kirschtomaten und Parmaschinken belegt, außen warm und kross, innen kühl und saftig. Und dazu: ein Glas von dem leicht moussierenden Hauswein, der so kalt war, dass das Glas beschlug…schöner kann kein Urlaub beginnen. Als ich meine Panini erstmals zubereitet und gekostet habe, war er sofort wieder da, dieser ‚Gardasee-Moment‘.

Da es hierzulande kein geignetes Backwerk zu kaufen gibt, aus dem sich anständige Panini herstellen ließen, habe ich flux selbst welche gebacken. Es ist im Grunde ein Baguetteteig, der allerdings etwas weicher ist, was das Endprodukt fluffiger werden lässt und im Gegensatz zur französischen Schwester wird keinen Wert auf eine krosse Kruste gelegt, da diese unter dem Einfluss des Kontaktgrills ohnehin zerstört würde.

  • 350 g Mehl (plus etwas zusätzlich zum Justieren)
  • 8 g Salz
  • 1 Tüte Trockenhefe
  • 250 ml Wasser (lauwarm)
  • etwas Zucker

Alle Zutaten (idealerweise in der Küchenmaschine) zu einem Teig verkneten. Dieser dürfte jetzt noch sehr weich und klebrig sein, daher esslöffelweise mit Mehl nachjustieren, bis der Teig weich, aber kaum noch klebrig ist. Mit Mehl bestäuben und bei Zimmertemperatur 1 Stunde gehen lassen.

Anschließend dritteln und zu flachen Fladen formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und weitere 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. Ofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Im Anschluss ca. 15 Minuten backen und auf einem Rost (ohne das Backblech) abkühlen lassen.

Ich habe für den Anfang zweierlei Panini ausprobiert: bereits oben erwähnte Gardasee-Köstlichkeit und eins mit Kochschinken und Käse (von der Käsetheke, 3mm dick geschnitten, kräftigere Sorte). Beide sind exzellent, jedoch hat mich eins mehr berührt…genau!

Bifteki

Ich muss jetzt mal eine Lanze brechen für diese leckeren kleinen Scheißerchen, die immer nur ein kümmerliches Schattendasein fristen neben Suflaki und dem übermächtigen Gyros. Die Rede ist natürlich von griechischer Folkloreküche!

Neulich war ein Kumpel zu Besuch und ich wollte eigentlich nur ein paar Suflakispieße machen, habe dann an der Fleischtheke aber das hinreissend aussehende Rinderhack entdeckt und mich daran erinnert, dass man Bifteki bestimmt auch ganz saftig hinbekommen könnte.

Gesagt, getan! Hier ist das vorläufige Endergebnis:

  • 300 g Rinderhack
  • Salz, Pfeffer
  • 1 kl. Zwiebel, sehr fein gewürfelt
  • 1 Ei
  • 2-3 EL Paniermehl
  • 2 TL Oregano
  • 1 TL Gyrosgewürz (idealerweise dieses hier)

Alle Zutaten gründlich vermengen und ggf. nochmal abschmecken. In einer Grillpfanne oder auf dem ‚richtigen‘ Grill kräftig anbraten (bzw. angrillen) unds anschließend im Backofen bei 150 Grad garziehen lassen.

Ideale Begleiter: Zaziki, Metaxasauce und Krautsalat

Speck-Lachs mit Kartoffel-Erbsen-Stampf

Ein Lachs ist ein Lachs ist ein Lachs…so oder so ähnlich kann man den hierzulande wohl beliebtesten Fisch treffend umschreiben. Heute gibt es eine Variante mit Bacon, denn der macht alle glücklich – immer! Und da Fisch immer auch etwas Säure benötigt, bekommt die flüssige Kressebutter für den Stampf noch eine ordentliche Portion Zitrone verpasst. Schnell – lecker – dekorativ!!!

  • 750 g Kartoffeln
  • Salz
  • 600 g Lachsfilets ohne Haut, (Mittelstück)
  • Pfeffer
  • 12 Scheiben durchwachsener Speck, (ca. 220 g)
  • Öl für das Blech
  • 1 Zitrone (unbehandelt)
  • 60 g Butter
  • 300 g TK-Erbsen
  • 100 ml lauwarme Milch
  • 1 Beet Gartenkresse

Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser gar kochen.

Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Lachs in 4 Tranchen schneiden, leicht salzen und gut pfeffern, mit jeweils 3 Scheiben Bacon umwicken und auf ein Backblech mit Backpapier setzen und im Ofen 12-15 Minuten garen.

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Zitrone heiß waschen, trocken tupfen und die Schale hauchdünn abschälen und in kurze, feine Streifen schneiden. Butter in einem kleinen Topf aufschäumen lassen und von der Kochstelle nehmen. Zitrone unterrühren und die Butter warm halten.

 

Kurz bevor die Kartoffeln gar sind Erbsen zugeben und zusammen zu Ende garen. Kartoffeln und Erbsen abgießen, mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken, dabei die Milch unterarbeiten. Kresse vom Beet schneiden, unter die Butter rühren. Lachs mit Kartoffel-Erbsen-Stampf und Zitronen-Kresse-Butter anrichten.

 

Sehr feines Gericht!!!

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