Spaghetti Carbonara deluxe

Sucht man ein Rezept zu diesem Gericht, wird man vermutlich erfolglos bleiben, denn ich habe es erst heute erfunden. Eine ordinäre Carbonara ist nicht wirklich spektakulär und so habe ich mir ein Rezept für eine etwas feinere ausgedacht.

Spaghetti Carbonara gehörte Anfang der Achtziger zu meiner kulinarischen Sozialisierung. Ich möchte jetzt ungern von damals erzählen, aber mit diesem Gericht verbindet mich mehr als nur eine Erinnerung (Wolfgang Krywult!)

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  • 100 g Bacon
  • 2 Knoblauchzehen
  • 350 g. Rinderfilet
  • 200 g. Parmesan
  • 50-100 ml Sahne
  • 4-5 Eier
  • 300 g. Kirschtomaten
  • 1 TL Tomatenmark
  •  1 Pk. Spaghetti

Bacon würfeln und mit geschältem und leicht angedrücktem Knoblauch andünsten und aus der Pfanne nehmen, Knoblauch entfernen.

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Rinderfilet in Streifen schneiden und im heißen Fett kurz scharf anbraten, herausnehmen und im 80 Grad warmen Ofen warm halten.

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Zum Parmesan möchte ich kurz ein Plädoyer halten: Bitte nicht, niemals, unter keinen Umständen den fertig geriebenen Parmesan aus dem Kühlregal kaufen. Der ist kompletter Schrott und riecht und schmeckt nach alten Socken. Parmesan ist hoch aromatischer Käse, dessen Aroma kurz nach dem Reiben verfliegt.

Eier, Sahne, Parmesan und Tomatenmark in einer riesigen Schüssel (in der die übrigen Zutaten noch Platz finden) verrühren. Ich weiß sehr wohl, dass in einer originären Carbonara Sahne verpönt ist, aber das ist völlig egal, weil es dem Geschmack des Endprodukts sehr zuträglich ist…

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Spagetti kochen und parallel die Tomaten in einer Panne anbraten, bis sie platzen.

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Alle Zutaten zu der Parmesanmischung geben und gut verrühren. In eine große Servierschüssel umfüllen….und nicht den Vino Rosso vergessen…..

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Gyrosschichtbraten

Was zunächst als biedere Hausmannskost mit einem Hang zur Exotik daherzukommen  scheint, entpuppt sich als wahrer Gaumenschmaus der ‚low & slow‘ Fraktion. Highlight dieses Bratens ist ein selbstgemachter Grillrub (das ist eine Art Trockenmarinade zum Einmassieren), der 24 Stunden ins Fleisch einziehen darf. Richtige Spareribs bekommen sowas auch vor dem Grillen, aber das ist ein riesiges Kapitel für sich (und für manche gar eine Wissenschaft).

Also, am Tag vorher zunächst die Gewürzmischung herstellen:

  • 5 TL Oregano (gerebelt)
  • 4 TL Thymian (gerebelt)
  • 2 TL Paprika (edelsüß)
  • 2 TL Zwiebeln (granuliert)
  • 2 TL Knoblauch (granuliert)
  • 2 TL Rosmarin (gemahlen)
  • 3 TL Salz
  • 2 TL Pfeffer (gemahlen)
  • 3 TL Zucker

Die Zugabe von Salz und Zucker ist unter den Grillfreaks sehr umstritten, weil Salz (angeblich) dem Fleisch Feuchtigkeit entzieht und es dann trocken wird und Zucker, weil er relativ schnell karamelisiert und verbrennt. Ich füge trotzdem beides hinzu, weil der Braten bei mir weder furztrocken (sondern eher das Gegenteil) noch schwarz wird.

  • 2,5 kg Nackenbraten
  • 2 Gemüsezwiebeln
  • Küchengarn
  • Bratenthermometer

Nun zum Fleisch: ich habe vom MdV (wieder so eine coole Abkürzung aus den Grillblogs – Metzger des Vertrauens -) ein ca. 2,5 kg schweres Stück Nackenbraten ohne Knochen gekauft. Das Fleisch der Länge nach im Abstand von ca. 1,5 cm ein- aber nicht durchschneiden. In die nun entstandenen Spalten erst Grillgewürz streuen, dann reichlich in Scheiben geschnittene Gemüsezwiebeln stecken. Die ganze Chose nun von außen rundherum würzen und mit Küchengarn zubinden.

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In Klarsichtfolie gewickelt 24 Stunden im Kühlschrank marinieren. Es breitet sich nach einigen Stunden übrigens ein wunderbarer Duft im Kühlschrank aus, der die Vorfreude auf das Essen bei jedem Öffnen des Kühlschrank größer werden lässt.

Am nächsten Tag den Grill auf 160 Grad vorheizen und das Fleisch ausgepackt ca. 3 Stunden indirekt grillen (also ohne direkt Hitze von unten). Das geht nur mit einem Gasgrill mit mind. 2 Flammen oder einem großen Holzkohlegrill. Unbedingt ein Bratenthermometer verwenden, das in die Mitte des Fleischs gesteckt wird. Die Zieltemperatur beträgt 70 Grad. Ein paar Grad mehr schaden aber auch nicht.

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Nun nach und nach das Garn lösen und das Fleisch quer zu den Einschnitten aufschneiden.

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Dazu natürlich Krautsalat und Zaziki.

Ach übrigens: wenn der Grillbesuch dann weg ist, sieht die Küche ungefähr so aus:

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Classic Burger

Die furchtbaren Zeiten, in denen alle Deutsche einen Hamburger von McD für den Inbegriff amerikanischer Burgerkunst hielten, sind glücklicherweise vorbei. Tolle und kreative Burgerläden sprießen aus dem Boden (und viele davon werden genauso schnell wieder verschwinden) und beglücken uns mit großartigen (aber meist auch völlig überteuerten) Burgerkreationen.

Dabei ist so leicht und ganz gewiss kein Hexenwerk, sich einen tollen Burger selber zu bauen.

Dazu braucht es im Wesentlichen 3 Komponenten plus Beiwerk:

1. Die Burgerbrötchen, die im Fachjargon Buns genannt werden. Sie sind mit einigem Aufwand selbst herstellbar. Ich muss zugeben, mich dieser Herausforderung noch nicht gestellt zu haben und habe bislang auf Convenience Buns zurück gegriffen. Diese auf ein Backblech legen und im Ofen unterm Grill bräunen.

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2. Die Patties: diese, in unserem Sprachgebrauch fälschlicherweise auch Frikadellen genannten Hackfleischfladen sind von extrem großer Bedeutung und werden stets frisch zubereitet:

  • 650 g Rinderhack
  • 1 gr. Zwiebel (sehr fein gewürfelt)
  • 2 EL Tomatenketchup
  • 1 EL Dijon-Senf
  • 1/2 TL Worchester Sauce
  • 1/2 TL getr. Oregano
  • Salz und Pfeffer

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Alle Zutaten vermengen, abschmecken und Patties formen. Bis zur Zubereitung kalt stellen.

3. Burgersauce

Eine gute Burgersauce sollte mehrere Komponenten vereinen. Eine ausgewogenes Verhältnis zwischen Süße, Säure und Schärfe ist hier besonders wichtig:

  • 100 g Steaksauce
  • 100 g. Mayonnaise
  • 50 g Dijon Senf
  • Salz, Chiliflocken, Zucker
  • 2 Cornichons (grob zerteilt)

Alle Zutaten in einen Rührbecher geben und fein pürieren.

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Nun sind dem persönlichen Burgerwahnsinn keine Grenzen gesetzt. Geschmacklich hilfreich sind süß-saure Gurkenscheiben, Röstzwiebeln (fertige, oder diese hier), krosse Baconscheiben,  Tomaten, Salat sowie Käse, der auf den gebratenen Patties geschmolzen wird (unterm Grill im Backofen).

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Die Reihenfolge der Schichtung ist egal…Hauptsache, es schmeckt…und das tut es!!!

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Rotes Thai Curry

Ich bin eigentlich erst vor einigen Wochen auf die richtige Thai Küche gestoßen, als ich anlässlich eines Berlin Besuchs erstmalig ein thailändisches Restaurant besucht habe und restlos begeistert war (ebenso wie meine Freundin Britta, auf deren Anraten der Restaurantbesuch überhaupt erst zustande kam). Seitdem habe ich zig Rezepte gewälzt, Bücher gelesen und mich schließlich für die ‚Einstiegsdroge‘ Curry entschieden. Es ist ein -wie immer- sehr einfaches Rezept, das extrem wandelbar ist, sowohl, was die Auswahl des Fleisches als auch die Variationen der Gemüsesorten angeht…dazu sicher ein anderes Mal mehr.

Ich habe hier ein in Scheiben geschnittenes Entrecote verwendet, das der hiesige Supermarkt gelegentlich im Ganzen (zu sensationellen Preisen) anbietet und das ich portionsweise vakumiere und einfriere.

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  • 400g – 500g Rindfleisch (Rumpsteak oder Entrecote)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln (in Ringe geschnitten)
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 mittlere Zucchini
  • 2 EL rote Currypaste (scharf)
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 100 ml – 200 ml Hühnerbrühe
  • 2 getr. Kaffirlimettenblätter
  • 2-3 TL brauner Zucker
  • 2 EL Erdnüsse
  • 2 TL Limettensaft
  • 250 g halbierte Cocktailtomaten
  • 1 EL Fischsauce
  • 1 EL süße Sojasauce

Zunächst das Fleisch in Streifen und Stücke schneiden, scharf anbraten und herausnehmen. Frühlingszwiebeln, in Stücke geschnittene Paprika und Zucchini anbraten, Currypaste hinzugeben und andünsten und mit Kokosmilch ablöschen. Limettenblätter hinzufügen und ca. 5 Minuten einkochen lassen. Restliche Zutaten hinzufügen (ohne Brühe), Fleisch wieder hinzugeben und mit Brühe auf die gewünschte Konsistenz verdünnen. Ggf. mit Salz abschmecken.

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Dazu gibt es natürlich Reis!

Szegediner Gulasch

Mir fällt auf, dass ich einen deutlichen Hang zur K.u.K-Küche zu haben scheine…Wiener Schnitzel, Kaiserschmarrn, dazu einen grünen Veltliner…und jetzt noch dieses wunderbar deftige Gulasch. Eigentlich eher ein Herbst- oder Wintergericht, aber da der Sommer nicht in die Pötte kommt, schmeckts auch jetzt.

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  • 1 kg Rindergulasch (in möglichst großen Würfeln)
  • 3-4 Zwiebeln (geviertelt und in Streifen geschnitten)
  • 1 TL Paprikapulver (edelsüß)
  • 1 TL Tomatenmark
  • 1 gr. Dose Sauerkraut
  • 750 ml Rinderbrühe
  • 1 Becher Schmand
  • Salz u. Pfeffer

Das Fleisch portionsweise in einem weiten Topf scharf anbraten. Dabei darauf achten, dass die Fleischstücke nicht übereinander liegen, denn dann ziehen sie Wasser und werden zäh, herausnehmen und mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebeln andünsten und mit Paprika und Tomatenmark würzen. Fleisch und Sauerkraut dazugeben und mit Brühe aufgießen und insgesamt 90 Minuten bei niedriger Hitze garen, zwischendurch umrühren.

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30 Minuten vor Ende den Schmand dazugeben und kurz vor Ende ggf. mit Stärke oder Soßenbinder etwas andicken.

Dazu gibt es zwingend Salzkartoffeln….

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Mahlzeit!

Geschnetzeltes mit Bresso-Sauce

Das größte Glück des Bloggers ist das gelungene Gericht, das größte Pech das vergessene Foto. So geschehen heute bei einem meiner Lieblingsgerichte der ‚Ruck-Zuck-Fraktion‘. Es geht schnell, ist extrem lecker und ein wahres Freudenfest für Saucenjunkies.

  • 2 Schweinefilets, sauber pariert
  • 2 große Zwiebeln
  • 250 ml Weißwein
  • 2 Packungen ‚Bresso tradizionale‘
  • 2 Becher Sahne
  • 1 EL Rinderbrühe
  • 2 Ecken Schmelzkäse
  • Salz und Pfeffer
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Das Filet in nicht zu dünne Scheiben schneiden, die Zwiebeln vierteln und ebenfalls in Streifen schneiden. Fleisch in sehr heißem Öl anbraten und herausnehmen, anschließend die Zwiebeln bräunen.

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Mit Wein ablöschen und fast völlig einkochen lassen. Frischkäse und Sahne zugeben und schmelzen lassen, dann mit Salz, Pfeffer und Brühe abschmecken und Schmelzkäse unterrühren. Fleisch wieder zugeben und 5 Minuten weitergaren….zack, bumm, fertig!

Dazu passen sowohl Kartoffeln, Nudeln Reis, oder wie in meinem Falle, knuspriges Baguette!

Currywurst!!!

Ich kann von mir behaupten, dieses Rezept professionell behandelt zu haben. Mindestens 20 Rezepte habe ich ausprobiert, abgewandelt und wieder verworfen. Mittlerweile habe ich drei Rezepte in der engeren Auswahl, von denen ich heute das erste präsentiere….Currywurst, wie sie an der Pommesbude schmeckt!

  • 150 g Steaksauce (z.B. von Knorr)
  • 150 g Hela Gewürzketchup delikat (unverzichtbar)
  • 50 g Heinz Tomatenketchup
  • 50 g Heinz Curryketchup
  • 1-3 TL brauner Zucker
  • 1/4 TL Zwiebelpulver
  • 1/4 TL Knoblauchpulver
  • 1/4 TL Senfpulver
  • 2 EL Currypulver
  • 1 TL Paprikapulver
  • Saft einer halben Zitrone
  • Rinderbrühe

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Alle Zutaten (bis auf die Brühe zusammenrühren), abschmecken und mit der Brühe auf die gewünschte Konsistenz verdünnen…  20150614_163213

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Um die Currywurst selbst ranken sich derart viele Mythen, Geschichten und Halbwahrheiten, dass ich mich lieber nicht drauf einlasse….

Ich verwende eine handelsübliche Bratwurst, die zwingend auf dem Grill ihrer finalen Bräunung zugeführt wird. Bitte nicht in der Pfanne braten, denn dann wird sie lediglich von oben und unten braun und der Rest bleibt fahl, was ziemlich dämlich aussieht.

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Schnitzel…against all odds

Kein Fleischgericht hat mich jemals so beeindruckt wie ein (scheinbar) einfaches Wiener Schnitzel, bzw. Schnitzel Wiener Art, wie es ja heißen muss, sofern es vom Schwein kommt. Es kann so saftig, würzig und gleichermaßen knusprig sein, sofern man ein paar Dinge beachtet.

Ich möchte den österreichischen Nachbarn keinesfalls zu nahe treten, aber ihr seit Jahrzehnten propagiertes hauchdünnes Nichts, dass nur durch das ‚Ausbacken in reichlich Fett‘ geschmackliche Nuancen erhält, halte ich für kulinarischen Mumpitz. Aber der Reihe nach: der reinen Lehre nach muss das aus der Kalbsoberschale stammende Fleisch mittels einen ‚Plattiereisens‘ auf wenige Millimeter Dicke bzw. Dünne geklopft werden. Mit anderem Worten: es wird mit einem Fleischhammer platt gedroschen…

Ich präferiere ein mindestens ein Zentimeter dickes Schweineschnitzel aus der Oberschale, das ordentlich mit Salz und Pfeffer gewürzt wird. Danach sollte es ein Bad in verquirltem Ei erfahren, um anschließend in einem guten Paniermehl gewälzt zu werden.

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Dann eine Pfanne mit reichlich neutralem Öl und Butter erhitzen und das Schnitzel unter mehrmaligem Wenden garen….die Fotos sprechen Bände!

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Wer Lust auf Beiwerk hat, brät einige braune Champignons und eine in Streifen geschnittene Zwiebel scharf an und serviert dies dazu….Pommes und Soße dazu stets willkommen….

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Ratatouilliertes Paprikagemüse mit Schweinefilet

Dieses Gericht ist mein Sommerklassiker. Es schmeckt nach Sommer, Urlaub und Mittelmeer (und vielleicht ein wenig nach Gardasee). Es ist weit weniger aufwändig als ein klassisches Ratatouille und schmeckt himmlisch….Appetit bekommen?

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  • 1 Schweinefilet (lang)
  • 400 g kleine Kartoffeln (Drillinge)
  • 3 Paprikaschoten (rot, gelb, grün)
  • 1 Zwiebel (halbiert und in dünne Streifen geschnitten)
  • 1 Knoblauchzehe (fein gehackt)
  • frischen Rosmarin und Thymian (es geht auch getrockneter)
  • 2 EL Tomatenmark
  • 4 EL Tomatenketchup
  • 250 ml Gemüsebrühe

Um es nochmal zu betonen…Star dieses Gerichts ist das Kartoffel-Paprika-Gemüse…das Fleisch ist zwar lecker, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle.

Zunächst das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen und in einer Pfanne mit Deckel im nicht zu heißen Fett anbraten. Dann in eine Auflaufform passender Größe umbetten und in den 160 Grad heißen Ofen stellen.

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Paprikaschoten putzen und in Rauten schneiden (ca. 2cm x 2cm)

Dann die je nach Größe halbierten oder geviertelten Kartoffeln 5 Minuten anbraten, dann Paprika, Zwiebeln und Knoblauch zugeben und andünsten. Anschließend die restlichen Zutaten zugeben, verrühren und ca. 15 Minuten mit geschlossenem Deckel schmoren lassen.

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Fleisch aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten in Alufolie ruhen lassen, dann mit dem Pfannengemüse anrichten.

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Rinderfilet mit Röstzwiebeln (selfmade)

Da das Wochenende sich anders als geplant gestaltete, hatte ich Zeit und Muße für ein richtig gutes Steak. Die Dame in der Fleischabteilung meinte es zu gut mit mir und säbelte ein knapp 400g schweres Mittelstück aus dem argentinischen Filet.

Ca. 1,5 bis 2 Stunden vor dem Zubereiten aus dem Kühlschrank nehmen, so dass es Zimmertemperatur annehmen kann, dann ist der Temperaturunterschied zur heißen Pfanne nicht mehr ganz so groß und das Fleisch erleidet keinen ‚Hitzeschock‘.

Ganz wichtig: vor dem Braten stets nur salzen, niemals pfeffern. Der Pfeffer würde bei der enormen Hitze sofort verbrennen und schwarze, bittere Krümel will niemand auf seinem Steak vorfinden. Zum Thema Pfeffer hier nur ganz kurz soviel: Ich benutze hierfür eine Pfeffermischung aus 6 verschiedenen Pfeffersorten, die beim Bremer Gewürzhandel erhältlich ist….großartig!

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Ich benutze zum Steak braten eine sorgfältig eingebrannte Eisenpfanne. Etwas Pflanzenöl (Sonnenblume oder Raps, keinesfalls Olive!) stark erhitzen und das Fleisch von allen Seiten braun anbraten. Der Duft, der hierbei entsteht, sollte man in Flaschen abfüllen und verkaufen.

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Anschließend kommt das Fleisch bei ca. 160 Grad in den Ofen, nachdem es zuvor mit einem Braten- oder Steakthermometer versehen wurde (leider kein Foto). Dort braucht es je nach Dicke ca. 30 Minuten.

Zeit für die Soße und die Zwiebeln.

Für die Pfefferrahmsoße schwitze ich 1 große oder 2 kleine fein gehackte Schalotten im Bratensud an. Anschließend mit einem Viertelliter Rotwein (natürlich trocken) aufgießen und fast vollständig einkochen lassen. Nun 2 cl Cognac angießen und anzünden (Vorsicht, Freunde!). Dann 2 TL grüne Pfefferkörner aus dem Glas sowie 2 TL von dem Sud dazugeben, 1 TL mittelscharfen Senf dazu sowie einen 1-2 EL Demi Glace. Das ist eine sirupartig eingekochte Soße, die aus Fleisch, Knochen, Gemüse, Wein und mehreren Litern Wasser über viele Stunden eingekocht bzw. reduziert wird, bis nur noch ein halber Liter hochkonzentrierte Flüssigkeit übrig bleibt, aber dazu ein anderes Mal mehr. Man kann hier durchaus auf ein Fertigprodukt z.B. von Escoffier zurückgreifen, das qualitativ hochwertig ist. Nun noch 250ml Sahne angießen und einköcheln lassen. Ich füge noch eine Ecke Sahneschmelzkäse hinzu; die bindet und gibt Cremigkeit. Zum Schluß noch ggf. mit Salz und Pfeffer abschmecken und Abfahrt!!!

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Nun zu den Röstzwiebeln. Sie machen nicht nur auf jedem Burger eine gute Figur, sie adeln auch ein Rinderfilet. Die Zubereitung ist denkbar einfach. Pro Portion eine große Zwiebel schälen und in nicht zu dicke Scheiben schneiden oder hobeln. Anschließend erst für eine Minute in Milch tauchen (ja genau, Milch!), anschließend in Mehl wälzen, gut abklopfen und anschließend bei 180 Grad frittieren  oder in reichlich Fett in der Pfanne ausbraten . Ich empfehle hier jedoch eindeutig die Fritteusenvariante.

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Nun kommt der Punkt, der vielen Köchen Schwierigkeiten bereitet: den richtigen Garpunkt bestimmen. Es gibt die Möglichkeiten, diesen per Fingerdruck zu ermitteln. Das ist aber je nach Beschaffenheit des Fleischs unterschiedlich. Ein Filet ist beispielsweise immer weicher als ein Roastbeef bzw. Rumpsteak. Daher empfiehlt sich die Anschaffung eines Bratenthermometers . Schräg von oben in das Fleisch gestochen, so dass sich die Spitze des Thermometers ungefähr in der Mitte des Fleischs befindet, wird es zuverlässige Ergebnisse liefern. Bei ungefähr 60 Grad ist des Fleisch medium, also rosa. Dann das Fleisch aus dem Ofen nehmen und in Alufolie gewickelt noch 10 Minuten ruhen lassen. Jetzt entspannt sich das Fleisch von den Strapazen der Zubereitung und die Fleischsäfte setzen sich und laufen nach dem Anschneiden nicht unkontrolliert heraus.

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Das war so ziemlich alles, was es zu dem Gericht zu sagen bzw. schreiben gibt. Dazu gehört idealerweise ein kühles Bier. Hierzu ein Tipp:

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Anschließend muss nur noch das Chaos in der Küche beseitigt werden…20150530_185458 20150530_185456

Lecker wars…!