Überbackener Porree mit Käsesauce

Heute gehts mal wieder ein knappes halbes Jahrhundert zurück in die kulinarischen Kinderschuhe der Republik und wir landen nur ganz knapp hinter dem Hawaii-Toast (den ich übrigens nach wie vor absolut lecker finde).

Porree ist ja eigentlich ein klassisches Wintergemüse. Aber wer sagt denn, dass er nicht auch im Sommer schmeckt? Nun, diese Gesamtkomposition ist wahrlich kein kulinarisches Fliegengewicht, aber es schmeckt zu neuen Kartoffeln einfach göttlich.

Bei der Auswahl des Käses sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ich kombiniere gerne einen milden mit einem etwas würzigeren Käse (hier: je zur Hälfte mittelalter Gouda und Höhlenkäse).

Für die Käsesauce:

  • 50 gButter
  • 60 g Mehl
  • 500 ml leichte Gemüsebrühe
  • 500 g. geriebenen Käse
  • Salz und Pfeffer
  • ggf. etwas Milch oder Sahne zum Verdünnen

Für den Porree:

  • 2 große Stangen Porree
  • 3 sehr dicke oder 6 normale Scheiben Kochenschinken

Für die Käsesauce schwitze ich das Mehl in der zerlassenen Butter an, gieße nach und nach die Gemüsebrühe an und schlage alles kräftig mit dem Schneebesen zur Vermeidung von Klümpchen. Anschließend den Käse zugeben und bei niedriger Hitze schmelzen lassen, Würzen und ggf. verdünnen….fertig!

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Porree putzen, der Länge nach bis zur Mitte einschneiden und gründlich waschen. Hier sehr sorgfältig vorgehen, sonst knirscht es! Porree in Stücke schneiden und in kochendem Wasser ca. Minuten blanchieren, herausnehmen und abschrecken, abtropfen lassen.

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Kochschinken nebeneinander auf die Arbeitsfläche legen mit Salz und Pfeffer würzen, Porree darauf verteilen und einrollen. In eine ausreichend große Auflaufform legen, mit Sauce übergießen und in den mit 200 g vorgeheizten Ofen 30-45 Minuten überbacken.

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Dazu neue Kartoffeln!

Krustenbraten

Ich gebe zu, dass es schon ein paar Monde her ist, seit ich dieses Prachtexemplar zubereitet habe, denn niemand würde mir ernsthaft glauben, dass ich bei Außentemperaturen von um die dreißig Grad eine solche Fleischbombe zubereiten würde…oder etwa doch?

Wie dem auch sei, neulich habe ich einen Beitrag gesehen, wie dieses Gericht schulbuchmäßig zubereitet wird. Also, um es diplomatisch auszudrücken: meine Zubereitung verfolgt einen eher unkonventionellen Ansatz. Ich behaupte aber, dass mein Krustenbraten denen aus dem Beitrag in nichts nachsteht.

Noch ein Satz zum Fleisch: man bekommt zwei Variantes des Krustenbratens: gepökelt oder natur. Pökeln bedeutet, dass das Fleisch mittels einer Injetion ein Nitritsalz verabreicht bekommt. Dadurch wird das Fleisch zarter und bekommt eine rötliche Färbung. Ich verwende grundsätzlich ungepökeltes Fleisch. Das ist vielleicht dann später nicht mehr ganz so zart, behält aber seinen ‚Schweinebratencharakter‘ besser, wie ich finde. Ist natürlich immer Geschmackssache!

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  • 1 ungepökelten Krustenbraten 2,5 – 3 kg
  • 500 – 750 ml Fleischbrühe
  • 2-3 Zwiebeln (geputzt und geviertelt)
  • 250 ml Weißwein
  • 250 ml Sahne
  • Salz und Pfeffer
  • ggf. dunklen Soßenbinder

Die Kruste des Bratens wird kreuzförmig eingeritzt. Es ist darauf zu achten, dass nur die Fettschicht und nicht das darunter liegende Fleisch beschädigt werden darf, denn sonst ‚läuft der Braten aus‘ und er wird trocken und zäh. Das Einschneiden übernimmt ein ultrascharfes Küchenmesser oder ein Cuttermesser. Jetzt von allen Seiten kräftig salzen und pfeffern und mit der Krustenseite auf ein tiefes Backblech legen, Zwiebeln um das Fleisch verteilen und etwas Brühe (ca. 250 ml) angießen. In den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen schieben und insgesamt 2-2,5 Stunden braten. Zwischendurch immer wieder mit Brühe, Wein und Sahne begießen.

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Wer den Garpunkt perfekt bestimmen will, nimmt ein Thermometer zu Hilfe. Ab 70 Grad Kerntemperatur ist es klasse….80 Grad gehen natürlich auch. Das Bleck aus dem Ofen nehmen, den Braten in eine passende Auflaufform umbetten und zurück in den Ofen schieben.

Für die Soße nehme ich einen Silikonpinsel und löse unter Zuhilfenahme der Backblechflüssigkeit die Röststoffe vom Backblech und gieße die ganze Chose (inkl. Zwiebeln) in einen Topf um und ergänze ggf. etwas Brühe und püriere alles mit dem Pürierstab. Aufkochen, abschmecken, ggf. nachwürzen und mit Soßenbinder andicken.

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Kruste: Eigentlich sollte die Kruste jetzt auch knackig sein. Wenn dies nicht der Fall ist, mische ich 100 ml Wasser mit Salz und Honig,bestreiche die Kruste damit und schalte den Grill an. Jetzt dauerts nur wenige Minuten und die Kruste ‚ploppt‘ regelrecht auf.

Ein Träumchen!!!

Gefülltes Schweinefilet

Das wohl beliebteste Stück vom Schwein (vermutlich neben dem Schnitzel) ist außerordentlich vielseitig und kommt in meiner kargen Küche häufiger zum Einsatz. Ich möchte hier mit allem Nachdruck noch einmal klar stellen, dass Schweinefleisch keinesfalls komplett durchgebraten sein darf, so wie man das vielleicht von früher noch kennt. Im Gegenteil, es sollte unbedingt noch rosa sein in der Mitte, da es ansonsten blitzschnell furztrocken und faserig wird.

Faustformel: das Filet (möglichst im Ganzen) von allen Seiten anbraten und anschließend im Ofen bei 160 Grad weitergaren, bis die Sauce fertig ist (15-20 Minuten).

Heute kommt das Filet mal als schweinisches Rollkommando daher, denn ich fülle es erst mit Spinat und Schafskäse und wickele es dann noch ein einen Baconmantel.

  • Ein langes Schweinefilet 500-600g
  • ca. 75 g TK-Spinat
  • 1-2 Schalotten
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 1/2 Packung Schafskäse
  • 150 g Bacon

Zuerst das Schweinefilet aufschneiden. Dazu mit einem scharfen (!) Messer der Länge nach ein-, aber nicht durchschneiden. Dann jeweils an den aufgeklappten Seiten das gleiche ein bis zwei Mal wiederholen, bis eine Fläche entstanden ist.

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Den Spinat in einer kleinen Kasserolle mit wenig Olivenöl dünsten, bis er vollständig aufgetaut ist, dann die fein gehackte Schalotte(n) zugeben und mit andünsten. Würzen, in ein Sieb geben und mit einem Löffelrücken ausdrücken (wichtig!).

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Das Fleisch (ausnahmsweise mal vorsichtig) würzen, mit Spinat und zerbröseltem Schafskäse belegen und aufrollen.

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Den Bacon leicht überlappend auf der Arbeitsfläche ausbreiten, das Fleisch darauf setzen und alles schön zusammenrollen.

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Auf der ‚Naht‘ zuerst anbraten, dann vorsichtig Stück für Stück umdrehen und weiter anbraten. Anschließend ist eine Auflaufform setzen und ca. 30 Minuten bei 160 Grad im Ofen garen.

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Im Bratfett dann diese Soße zubereiten, die u. U. sogar noch mit etwas Schafskäse ergänzt werden kann.

Dazu dies:

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Ein wirklich köstliches Essen, das dazu auch optisch was hermacht und somit extrem gästekompatibel ist!

Roastbeef (aus dem Ofen)

Ich komme noch aus einer Zeit, als die Zubereitung eines solchen Stücks Fleisch als ‚hohe Kunst‘ galt. Kein Wunder, denn die Qualität des Grundprodukts war sehr unterschiedlich, Bratenthermometer waren nicht vorhanden und die Backöfen hielten kaum eine Temperatur über längere Zeit konstant.

Ich weiß nicht mehr aus welchem vorsintflutlichen Kochbuch ich das Rezept entnommen habe, kann mich aber dunkel daran erinnern, dass man das rohe Fleisch auf ein Backblech setzte, in den auf maximale Hitze vorgeheizten Ofen schob und mit einem viertel Liter flüssigem, extrem heißen Palmfett begoss, damit sich die Fleischporen schließen sollten…die daraus resultierende Sauce war ebenso gruselig wie das zu keiner Zeit korrekt gegarte Fleisch….abenteuerlich!

Heute ist glücklicherweise alles anders: der Metzger meines Vertrauens besorgt mir ein schönes Stück Fleisch mit ordentlichem Fettdeckel, das Thermometer verrichtet zielsicher seinen Dienst und Dank mittlerer Temperaturen hat man genügend Zeit für die Zubereitung der Beilagen.

  • ca. 1,5 kg Roastbeef
  • Salz und Pfeffer

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Das Fleisch salzen und bei extrem starker Hitze in der Pfanne von allen Seiten anbraten. Heraussnehmen, pfeffern und mit einem Bratenthermometer versehen.

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In eine passende Auflaufform legen und im vorgeheizten Ofen (150 Grad Ober-/Unterhitze) bis zu einer Kerntemperatur von ca. 57 Grad garen. In Alufolie ca. 10 Minuten ruhen lassen und dünn aufschneiden. Mit den üblichen Verdächtigen Bratkartoffeln und Remoulade servieren.

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Soulfood!!!

Porree-Möhren-Kartoffelauflauf mit Kasseler aus dem Bratschlauch

Heute ist Retro-Küche angesagt…ich mache Kasseler im Bratschlauch! Wozu man heute sowas noch braucht? Keine Ahnung, aber auf jeden Fall wollte ich das schon immer mal ausprobieren, gerade weil es so herrlich retro ist.

Für alle diejenigen, die mit dem Begriff Bratschlauch nichts anfangen können, hier eine kurze Erläuterung: Man gart das Fleisch nicht einfach im Ofen, sondern packt es mit etwas Flüssigkeit eine Art Folie und verschließt diese. Die Wärme innerhalb der Folie dehnt sich aus und bläst diesen Ballon quasi auf. Das Fleisch gart so schonend und der Ofen bleibt sauber…vorausgesetzt er war es vorher auch ;-)!

  • 600 g Kasseler im Stück (vom Rücken oder Nacken)
  • 1 gr. Zwiebel in Streifen geschnitten
  • 250 ml Gemüsebrühe

Man schneidet vom Bratschlauch (gibts in jedem Supermarkt, liegt bei der Alufolie) ein ausreichend großes Stück abschneiden und auf der einen Seite mit den beiliegenden Klipsen verschließen. Erst die Zwiebel, dann darauf das Kasseler geben und die Flüssigkeit angießen. Anschließend das zweite Ende verschließen. Auf ein kaltes Backblech geben und in den kalten Ofen schieben und ca. 1 Stunde bei 200 Grad Ober/Unterhitze garen (alternativ 180 Grad Umluft).

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Dazu gibt es einen sehr leckeren Auflauf, der so lecker ist, weil die Soße aromatisch ist. Sie kann beim Abschmecken ruhig ein klein wenig überwürzt schmecken, das verliert sich später.

  • 400 g Möhren (geputzt und in Stücke geschnitten)
  • 800 g Kartoffeln (geschält und in Stücke geschnitten)
  • 1 Stange Porree (geputzt und in dicke Ringe geschnitten)
  • 200 g Kräuterfrischkäse
  • 250 ml Sahne
  • 150 g Joghurt (wers fetter mag: Creme Fraiche)
  • 1 TL Senf
  • Salz, Pfeffer und Zucker
  • etwas Zwiebel- u. Knoblauchpulver
  • ggf. gemahlene Chiliflocken
  • etwas geriebener würziger Käse (z.B. Greyerzer)

Das Gemüse nacheinander in kochendem Salzwasser bis knapp vor den Garpunkt kochen, mit einer Schaumkelle herausnehmen und in eine ausreichend große Auflaufform füllen.

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Für die Soße alle Zutaten zusammenrühren und kräftig abschmecken, über das Gemüse geben (ggf. den Käse darüberstreuen) und ca. 30 Minuten in den Ofen mit zu dem Kasseler geben.

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Ein sehr leckeres Wintergericht!

Entenbrust à l’orange

Es gibt kaum eine klassischere Verbindung als Ente und Orange…dumm nur, dass ich es bisher noch nie ausprobiert habe. Dieses Rezept hier habe ich seit Jahren auf meiner ‚to-cook-Liste‘ und nun ärgere ich mich, dass ich es nicht längst einmal ausprobiert habe. Die Entenbrust ist durch die Marinade schön fruchtig und die Sauce ein wahres Träumchen!

Noch ein Wort zur Entenbrust: heute ist kein Problem mehr, an dieses Produkt zu gelangen. Beinahe jeder Supermarkt hat sie in Tiefkühltruhen vorrätig. Ich kann von diesen Kameraden nur dringend abraten. Sie stammen aus extrem fragwürdigen Züchtungen aus Osteuropa und sie sind nicht nur unnatürlich groß, sondern meist auch zäh und geschmacksarm. Viel besser ist da der Geflügelhändler (z.B. auf dem Wochenmarkt) oder ein Landwirt aus der Region, der sie ggf. sogar in Bio-Qualität anbietet.

Das folgende Rezept ist für 2-3 Personen ausgerichtet.

  • 2 Entenbrüste
  • 3-4 Bioorangen
  • 2 TL getrockneten Estragon
  • 2 EL Olivenöl
  • 4 EL Cognac
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Speisestärke
  • 1 TL Dijonsenf
  • 1 EL Orangenmarmelade

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Für die Orangensauce von einer halben Orange dünn die Schale abschneiden (ohne die weiße Haut) und in feine Streifen schneiden.Von 2-3 Orangen den Saft auspressen (insgesamt 250 ml). Alles beiseite stellen.

Die Haut der Entenbrust kreuzweise einschneiden, dabei das darunter liegende Fleisch nicht beschädigen. Schale einer Orange abreiben, Saft auspressen. Aus Schale, Saft, 1 TL Estragon, je 2 EL Olivenöl und Cognac eine Marinade herstellen und die Entenbrust darin abgedeckt 3 Stunden bei Zimmertemperatur marinieren.

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Anschließend die Entenbrust abspülen und trockentupfen. Mit der Hautseite nach unten in eine kalte Pfanne legen und langsam erhitzen. Wenn die Hautseite leicht gebräunt ist, das Fleisch um drehen und ebenfalls anbraten, dann in den auf 150 Grad vorgeheizten Ofen geben.

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1 TL Zucker in den Bratensud geben und karmelisieren lassen (Vorsicht, verbrennt schnell!), mit Orangensaft ablöschen und 2-3 Minuten einkochen lassen und mit in Wasser gelöster Stärke binden. Restlichen Cognac, Senf und Orangenmarmelde dazugeben und kurz aufkochen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Dazu passen ganz hervorragend die Dauphine-Kartoffeln!

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Ach ja…und wenn man so wahnsinnig ist wie ich und das alles nur für sich alleine kocht, dann sieht die Küche danach mal wieder so aus:

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Backkartoffel 2.0

Nachdem ich neulich schon mal ein Rezept für diese wunderbare Zubereitungsvariante meines Lieblingsgemüses veröffentlicht habe, musste ich heute trotzdem noch eine weitere Variation ausprobieren. Sie eignet sich als perfekte Beilage zu Gegrilltem und Kurzgebratenem, bei mir heute zu Hähnchen/Champignons/Zwiebel. Der unschlagbare Vorteil: es muss nicht zwingend à la minute zubereitet werden, sondern verträgt auch durchaus eine Warteschleife von 10-20 Minuten im Ofen.

  • 4 große Kartoffeln (insgesamt ca. 1 kg)
  • etwas neutrales Öl
  • 100-150 g durchwachsenen Speck
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 50 g würziger Käse in kleinen Würfeln
  • 200 g Schmand
  • Salz und Pfeffer
  • 100 g geriebenen Käse zum Überbacken

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Kartoffeln mit etwas Öl einreiben und im 220 Grad heißen Ofen ca. 75 Minuten backen. In der Zwischenzeit Speck fein würfeln, Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Speck in einer Pfanne ohne Fett auslassen und Frühlingszwiebeln kurz mitgaren und vom Herd ziehen.

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Kartoffeln aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen, halbieren und nochmal auskühlen lassen.

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Dann mit einem nicht zu großen Löffel das Innere der Kartoffeln rauslöffeln und in einer großen Schüssel mit der Speck-/Zwiebelmasse, dem gewürfelten Käse sowie dem Schmand mischen. Mit wenig Salz und ordentlich Pfeffer würzen.

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Diese Masse in die Kartoffelschalen füllen, mit dem restlichen Käse bestreuen und im Ofen bei 220 Grad 10-15 Minuten backen…ggf. kurz unterm Grill gratinieren.

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Ganz feiner Stoff!!!

Kartoffelgratin

Am Samstag haben wir das tolle Wetter genutzt, um nochmal zu grillen. Bald ist der August vorbei, dann wirds früher dunkel und der Sommer ist quasi zuende.

Nachdem ich hier ja schon einige Kartoffelbeilagen vorgestellt habe, kommt heute ein Klassiker zur Aufführung, den viele kaum noch kennen, bzw. nur mit Tütenunterstützung zubereiten (können). Dabei ist ein Kartoffelgratin so einfach und unkompliziert und hat die tolle Nebenwirkung, dass er geräuschlos ’nebenbei‘ im Ofen gart.

  • 1 kg festkochende Kartoffeln
  • 100 Bacon in Würfeln
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • reichlich Salz und Pfeffer
  • 1 TL Gemüsebrühe
  • 250 ml Sahne
  • 250 ml Milch
  • 100-150 g würzigen Käse (Greyerzer oder wie hier: alter Beemster)

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Die Kartoffeln in nicht zu dünne Scheiben schneiden (mein Hobel hat 2 Alternativen: dick oder dünn…ich nehme die erste). In eine ausreichend hohe Auflaufform schichten (die Optik ist hier im Gegensatz zu vielen Rezepten völlig egal), kräftig mit Salz, Pfeffer und der Gemüsebrühe würzen.

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Wichtig ist, dass ausreichend gewürzt wird, denn die Kartoffeln ’schlucken‘ eine Menge Geschmack…also wie immer: mutig sein! Bacon fein wüfeln,  Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden und auf den Kartoffeln verteilen. Milch und Sahne mischen und über die Kartoffeln gießen.Darauf achten, dass die Kartoffeln nicht ganz bedeckt sind, denn dann wirds zuviel Flüssigkeit und die Angelegenheit wird zu ’suppig‘.

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In den auf maximale Stärke vorgeheizten Ofen schieben und 25 Minuten backen. Sobald die Sahne beginnt aufzukochen, die Hitze nach und nach auf 150 Grad zurückdrehen.

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Nach 25 Minuten den geriebenen Käse darübergeben und weitere 25 Minuten backen.

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Zu Grillfleisch ein chter Hochgenuss!

Hähnchenfilets in Frischkäsesoße

Das Rezept, das ich natürlich wieder mal nach meinem Gusto abgewandelt habe, heißt ursprünglich ‚Hähnchenkrüstchen‘. Das hört sich für mich total dämlich an, ist doch die Nähe zu ‚Hähnchenbrüstchen‘ gefährlich nah.

Die geschmackliche Besonderheit ist natürlich die Frischkäsesoße, die in der Tat überrascht…aber der Reihe nach:

  • 4 kl. Hähnchenbrustfilets
  • 8 Scheiben Bacon
  • Salz und Pfeffer
  • Öl
  • je 2 EL Butter und  Mehl
  • 300 ml Wasser
  • 200 ml Sahne
  • 2 TL Gemüsebrühe
  • 175 g. Frischkäse mit Kräutern
  • 2 TL Senf
  • 1/2 TL Paprikapulver
  • 50-100 ml Weißwein

Hähnchen mit Salz und Pfeffer würzen und mit je 2 Scheiben Bacon umwickeln und in einer Pfanne mit Öl bei mittlerer Hitze anbraten.

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Darauf achten, dass der Bacon nicht zu dunkel  wird, denn das Garen im Ofen wird für zusätzliches Nachbräunen sorgen.

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In eine Auflaufform umbetten und im vorgeheizten Ofen (175 Grad Ober- u. Unterhitze) 20 Minuten garen.

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Für die Soße Butter im Bratfett erhitzen und Mehl darin anschwitzen. Mit Wasser und Sahne ablöschen, Brühe einrühren und aufkochen. Frischkäse und Senf einrühren und erneut aufkochen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Weißwein abschmecken, über das Fleisch geben und im Ofen 25 Minuten weitergaren.

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Dazu Kartoffelpüree und ein frischer Salat.

Stinknormales Gulasch

Ein Quell ewiger Freude ist für mich ein gutes Gulasch. Leider wird es hierzulande oft auf eine Art und Weise zubereitet, die dem tollen Produkt nicht gerecht wird. Das geht bereits beim Fleisch los: in den Supermärkten wird fertig geschnittenes Gulasch angeboten, das viel zu klein ist und daher zwangsläufig zäh werden muss. Faustformel: eine Kantenlänge von mind. 2 cm ist Pflicht!

Ursprünglich wurde Gulasch aus einem fett- und sehnenreichem Teil des Rinds (vor allem Wade) zubereitet. Bei einer sehr langen Schmorzeit von bis zu 3 Stunden lösten sich Fett und Sehnen auf und gaben dem Gulasch eine natürliche Bindung. Da heute aber ein solches Fleisch kaum noch zu bekommen ist, bedient man sich der magereren Hüfte oder Lende und kommt mit 90 bis 120 Minuten Schmorzeit aus.

  • 2 kg Rindergulasch
  • 1 kg Zwiebeln
  • 2 EL Paprika (je zur Hälfte mild und scharf)
  • 1-2 EL Tomatenmark
  • 500 ml Rinderfond
  • 250 ml Rotwein
  • 250 ml Rinderbrühe
  • Salz und Pfeffer
  • 200 ml Sahne
  • ggf. Soßenbinder oder in Wasser gelöste Speisestärke

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Rindfleisch in Stücke schneiden (s.o.). Zwiebeln pellen und in kleine Stücke schneiden. Fleisch portionsweise in einer großen Pfanne portionsweise anbraten. Darauf achten, dass die Fleischstücke nicht übereinander liegen, denn dann ziehen sie Wasser und werden zäh. Wenn sie gut gebräunt sind, in einen ausreichend großen Bräter umfüllen.

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Die Zwiebeln im Bratfett anbraten. Dann wird ‚papriziert‘: hierzu den Topf vom Feuer ziehen und das Paprikapulver zufügen und kurz mit anrösten lassen, dann das Tomatenmark zufügen. Nun schnell mit Rotwein ablöschen (das Paprikapulver verbrennt ruckzuck und alles wird bitter), anschließend Fond und Brühe zugeben und aufkochen.

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Den Bräter (möglichst mit einem Glasdeckel) verschließen und in den 250 Grad heißen Ofen schieben. Nun ca. 2 Stunden schmoren und dabei die Temperatur im Auge behalten. Wenn der Bräterinhalt zu köcheln beginnt , die Temperatur nach und nach zurückdrehen. Die ganze Angelegenheit sollte nur sachte schmoren, keinesfalls kochen. In meinem Ofen ist das bei ca. 130 Grad (Ober- u. Unterhitze) der Fall. Nach 1 Stunde die Sahne zugeben und nach 2 Stunden kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Das Endergebnis ist ein extrem zartes, würziges Fleisch, das mit der Soße förmlich nach Salzkartoffeln oder Klößen schreit.

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