Schnitzel…against all odds

Kein Fleischgericht hat mich jemals so beeindruckt wie ein (scheinbar) einfaches Wiener Schnitzel, bzw. Schnitzel Wiener Art, wie es ja heißen muss, sofern es vom Schwein kommt. Es kann so saftig, würzig und gleichermaßen knusprig sein, sofern man ein paar Dinge beachtet.

Ich möchte den österreichischen Nachbarn keinesfalls zu nahe treten, aber ihr seit Jahrzehnten propagiertes hauchdünnes Nichts, dass nur durch das ‚Ausbacken in reichlich Fett‘ geschmackliche Nuancen erhält, halte ich für kulinarischen Mumpitz. Aber der Reihe nach: der reinen Lehre nach muss das aus der Kalbsoberschale stammende Fleisch mittels einen ‚Plattiereisens‘ auf wenige Millimeter Dicke bzw. Dünne geklopft werden. Mit anderem Worten: es wird mit einem Fleischhammer platt gedroschen…

Ich präferiere ein mindestens ein Zentimeter dickes Schweineschnitzel aus der Oberschale, das ordentlich mit Salz und Pfeffer gewürzt wird. Danach sollte es ein Bad in verquirltem Ei erfahren, um anschließend in einem guten Paniermehl gewälzt zu werden.

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Dann eine Pfanne mit reichlich neutralem Öl und Butter erhitzen und das Schnitzel unter mehrmaligem Wenden garen….die Fotos sprechen Bände!

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Wer Lust auf Beiwerk hat, brät einige braune Champignons und eine in Streifen geschnittene Zwiebel scharf an und serviert dies dazu….Pommes und Soße dazu stets willkommen….

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Ratatouilliertes Paprikagemüse mit Schweinefilet

Dieses Gericht ist mein Sommerklassiker. Es schmeckt nach Sommer, Urlaub und Mittelmeer (und vielleicht ein wenig nach Gardasee). Es ist weit weniger aufwändig als ein klassisches Ratatouille und schmeckt himmlisch….Appetit bekommen?

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  • 1 Schweinefilet (lang)
  • 400 g kleine Kartoffeln (Drillinge)
  • 3 Paprikaschoten (rot, gelb, grün)
  • 1 Zwiebel (halbiert und in dünne Streifen geschnitten)
  • 1 Knoblauchzehe (fein gehackt)
  • frischen Rosmarin und Thymian (es geht auch getrockneter)
  • 2 EL Tomatenmark
  • 4 EL Tomatenketchup
  • 250 ml Gemüsebrühe

Um es nochmal zu betonen…Star dieses Gerichts ist das Kartoffel-Paprika-Gemüse…das Fleisch ist zwar lecker, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle.

Zunächst das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen und in einer Pfanne mit Deckel im nicht zu heißen Fett anbraten. Dann in eine Auflaufform passender Größe umbetten und in den 160 Grad heißen Ofen stellen.

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Paprikaschoten putzen und in Rauten schneiden (ca. 2cm x 2cm)

Dann die je nach Größe halbierten oder geviertelten Kartoffeln 5 Minuten anbraten, dann Paprika, Zwiebeln und Knoblauch zugeben und andünsten. Anschließend die restlichen Zutaten zugeben, verrühren und ca. 15 Minuten mit geschlossenem Deckel schmoren lassen.

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Fleisch aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten in Alufolie ruhen lassen, dann mit dem Pfannengemüse anrichten.

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Schaschlik gregor-style

Noch so ein Essen mit wahnsinnigem Kindheitserinnerungspotenzial. Zum einen waren da diese fast pervers fettigen, seit zig Stunden in einer Curryketchupplempe wabernden Spieße auf dem Jahrmarkt, die wir trotzdem so sehr geliebt haben (vermutlich, weil sie seit zig Stunden in einer Curryketchupplempe waberten), zum anderen die von meinem Vater mit staatsmännischer Präzision selbstgesteckten Fleischspieße, bei denen sich Speck, Fleisch und Zwiebeln abwechselten und die anschließend auf einem viel zu heißen Grill ihrem zweiten Tod zugeführt wurden. Auch sie haben wir natürlich verehrt, weil sie das sonst vorherrschende Dreigestirn aus Bratwurst (grob), Bauchfleisch und Nacken durchbrachen.

Ich habe mir für meine Version etwas ausgedacht, was jenseits jeder Vernunft und/oder Bekömmlichkeit rangiert: Schaschlik aus der Fritte!!! Anlass hierfür war meine Abneigung gegen diese blöden Holzspieße, von denen man das Fleisch entweder gar nicht oder schlagartig herunter bekam („mein T-Shirt und ich hatten heute Schaschlik“). Daher meine Idee, die Komponenten nicht zusammen, sondern nacheinander getrennt zuzubereiten, um sie dann mit der Soße zu vermählen.

  • 100 g Schaschliksauce
  • 100 g Schaschliksauce von ‚Hela‘ (wichtig!)
  • 50 g Curryketchup
  • 1-2 TL Currypulver
  • 1/2 TL Paprikapulver
  • 1 TL braunen Zucker
  • Brühe nach Belieben

Alle Zutaten miteinander verrühren und abschmecken.

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  • 1/2 Schweinefilet
  • ca. 150 g durchw. Speck
  • 1 Gemüsezwiebel

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Für das Fleisch ca. ein halbes Schweinefilet von Haut und Sehnen befreien und in Würfel schneiden. Ca. 150 g Bauchspeck  in Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit wenig Fett von beiden Seiten knusprig ausbraten und herausnehmen und das Fett entsorgen.

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Eine Gemüsezwiebel pellen und in Achtel schneiden und in frischem Öl anbraten, so dass sie auf jeden Fall noch Biss haben.

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Parallel die Fleischwürfel in der Friteuse bei hoher Temperatur frittieren. Alle Zutaten in einer großen Schüssel zusammenführen.

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Dazu natürlich Pommes und Mayo!

Labskaus

Von einigen geliebt, von vielen gehasst, dabei ist es eines der leckersten Gerichte, das Norddeutschland jemals hervorgebracht hat. Und der Singular heißt übrigens nicht Labskau…

Die ganzen Geschichten, die sich um dieses Gericht ranken, will ich jetzt gar nicht wieder aufwärmen, so von wegen Seemannsgericht, Hering drin ja oder nein, und so weiter! Und bitte nicht von der ziemlich bescheidenen Optik abschrecken lassen!

Ich habe zwei Rezeptvarianten im Angebot: eine Gourmetvariante mit gepökelter Rinderbrust und eine Expressversion, die heute auf Grund kaum vorhandener Zeit zum Einsatz kam:

  • 1 Dose Corned Beef
  • ca. 500 g. Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • Rote-Bete-Sud, Gewürzgurken-Sud
  • 75 g. Butter
  • Salz, Pfeffer, Piment

Anhand der wenigen Zutaten lässt sich bereits erahnen, dass dieses Gericht nicht besonders aufwändig ist.

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Kartoffeln schälen, klein schneiden und in Salzwasser weich kochen. Zwiebeln fein würfeln, in etwas Butter andünsten und das Corned Beef dazugeben (ohne sich an der dämlichen Dose zu schneiden) und zusammen anbraten. Wenn die Kartoffeln gar sind, restliche Butter dazugeben und mit dem Kartoffelstampfer grob stampfen und zum Fleisch in die Pfanne geben. Würzen und mit jeweils 2 EL Sud abschmecken…dazu Spiegelei, rote Bete oder gar einen Rollmops…einfach nur klasse!

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Rinderfilet mit Röstzwiebeln (selfmade)

Da das Wochenende sich anders als geplant gestaltete, hatte ich Zeit und Muße für ein richtig gutes Steak. Die Dame in der Fleischabteilung meinte es zu gut mit mir und säbelte ein knapp 400g schweres Mittelstück aus dem argentinischen Filet.

Ca. 1,5 bis 2 Stunden vor dem Zubereiten aus dem Kühlschrank nehmen, so dass es Zimmertemperatur annehmen kann, dann ist der Temperaturunterschied zur heißen Pfanne nicht mehr ganz so groß und das Fleisch erleidet keinen ‚Hitzeschock‘.

Ganz wichtig: vor dem Braten stets nur salzen, niemals pfeffern. Der Pfeffer würde bei der enormen Hitze sofort verbrennen und schwarze, bittere Krümel will niemand auf seinem Steak vorfinden. Zum Thema Pfeffer hier nur ganz kurz soviel: Ich benutze hierfür eine Pfeffermischung aus 6 verschiedenen Pfeffersorten, die beim Bremer Gewürzhandel erhältlich ist….großartig!

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Ich benutze zum Steak braten eine sorgfältig eingebrannte Eisenpfanne. Etwas Pflanzenöl (Sonnenblume oder Raps, keinesfalls Olive!) stark erhitzen und das Fleisch von allen Seiten braun anbraten. Der Duft, der hierbei entsteht, sollte man in Flaschen abfüllen und verkaufen.

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Anschließend kommt das Fleisch bei ca. 160 Grad in den Ofen, nachdem es zuvor mit einem Braten- oder Steakthermometer versehen wurde (leider kein Foto). Dort braucht es je nach Dicke ca. 30 Minuten.

Zeit für die Soße und die Zwiebeln.

Für die Pfefferrahmsoße schwitze ich 1 große oder 2 kleine fein gehackte Schalotten im Bratensud an. Anschließend mit einem Viertelliter Rotwein (natürlich trocken) aufgießen und fast vollständig einkochen lassen. Nun 2 cl Cognac angießen und anzünden (Vorsicht, Freunde!). Dann 2 TL grüne Pfefferkörner aus dem Glas sowie 2 TL von dem Sud dazugeben, 1 TL mittelscharfen Senf dazu sowie einen 1-2 EL Demi Glace. Das ist eine sirupartig eingekochte Soße, die aus Fleisch, Knochen, Gemüse, Wein und mehreren Litern Wasser über viele Stunden eingekocht bzw. reduziert wird, bis nur noch ein halber Liter hochkonzentrierte Flüssigkeit übrig bleibt, aber dazu ein anderes Mal mehr. Man kann hier durchaus auf ein Fertigprodukt z.B. von Escoffier zurückgreifen, das qualitativ hochwertig ist. Nun noch 250ml Sahne angießen und einköcheln lassen. Ich füge noch eine Ecke Sahneschmelzkäse hinzu; die bindet und gibt Cremigkeit. Zum Schluß noch ggf. mit Salz und Pfeffer abschmecken und Abfahrt!!!

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Nun zu den Röstzwiebeln. Sie machen nicht nur auf jedem Burger eine gute Figur, sie adeln auch ein Rinderfilet. Die Zubereitung ist denkbar einfach. Pro Portion eine große Zwiebel schälen und in nicht zu dicke Scheiben schneiden oder hobeln. Anschließend erst für eine Minute in Milch tauchen (ja genau, Milch!), anschließend in Mehl wälzen, gut abklopfen und anschließend bei 180 Grad frittieren  oder in reichlich Fett in der Pfanne ausbraten . Ich empfehle hier jedoch eindeutig die Fritteusenvariante.

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Nun kommt der Punkt, der vielen Köchen Schwierigkeiten bereitet: den richtigen Garpunkt bestimmen. Es gibt die Möglichkeiten, diesen per Fingerdruck zu ermitteln. Das ist aber je nach Beschaffenheit des Fleischs unterschiedlich. Ein Filet ist beispielsweise immer weicher als ein Roastbeef bzw. Rumpsteak. Daher empfiehlt sich die Anschaffung eines Bratenthermometers . Schräg von oben in das Fleisch gestochen, so dass sich die Spitze des Thermometers ungefähr in der Mitte des Fleischs befindet, wird es zuverlässige Ergebnisse liefern. Bei ungefähr 60 Grad ist des Fleisch medium, also rosa. Dann das Fleisch aus dem Ofen nehmen und in Alufolie gewickelt noch 10 Minuten ruhen lassen. Jetzt entspannt sich das Fleisch von den Strapazen der Zubereitung und die Fleischsäfte setzen sich und laufen nach dem Anschneiden nicht unkontrolliert heraus.

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Das war so ziemlich alles, was es zu dem Gericht zu sagen bzw. schreiben gibt. Dazu gehört idealerweise ein kühles Bier. Hierzu ein Tipp:

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Anschließend muss nur noch das Chaos in der Küche beseitigt werden…20150530_185458 20150530_185456

Lecker wars…!