Das beste Chili con Carne: Ein Retro-Rezept

Ich gebe es ungern zu, aber die Nostalgie beginnt mit zunehmendem Alter an mir zu nagen. Nachdem ich das neue Buch von Jan Weiler gelesen habe, bin ich im Kopf ebenfalls alle meine früheren Beziehungen durchgegangen und habe mir überlegt, wie ich über sie schreiben würde. Da es ja nicht so wahnsinnig viele sind (jedenfalls keine 13 wie bei dem Protagonisten Peter Munk), werde ich das vielleicht mal als Projekt für den nächsten Nordseeurlaub im Hinterkopf behalten.

Zu dieser Nostalgie gehört es untrennbar, dass ich gelegentlich meine alten Rezeptsammlungen durchblättere (die sind ja schließlich noch, ganz oldschool, natürlich analog). Und da ich vor kurzem mal wieder Besuch hatte, der über Dinnergröße hinausging, habe ich diesen Klassiker gewählt. Das Originalrezept ist 35 Jahre alt und aus der ‚Brigitte‘, von der ich gar nicht weiß, ob sie noch verlegt wird. Es zeichnet sich durch Gradlinigkeit ihrer Zutaten aus. Erstmalig gekocht habe ich es anlässlich des 30. Geburtstags meiner Schwester (♥), es waren wohl knapp 20 Liter. Das Problem war das Küchenequipment. Die zu öffnenden Dosen hatten damals noch keine Lasche, sondern mussten mit einem Öffner, den meine Freundin in den gemeinsamen Hausstand mit eingebracht hatte, unter größter Kraftanstrengung mühsam geöffnet werden. Ähnlich komfortabel war die Küchenmesserausstattung, die genau aus einem Küchenmesser bestand, das zudem auch noch stumpf wie ein Besenstil war.

Dabei ist die Zubereitung denkbar simpel:

  • 1 kg Hackfleisch (gemischt)
  • 150 g durchw. Speck (im Blitzhacker ‚durchgelassen‘)
  • Öl,
  • Chili-con-Carne Gewürz
  • 500 g Zwiebeln (in Ringe geschnitten)
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 2 gr. Dosen (oder 4 kleine) stückige Tomaten
  • 3/4 – 1 Liter Brühe
  • 2 große Dosen Kidney-Bohnen
  • 1 Dose Mais
  • Salz und Pfeffer

Der Rest ist fast selbsterklärend: Hack und Speck in Öl krümelig anbraten und mit Chili-Gewürz reichlich würzen, in einen großen Topf umfüllen, im Bratfett die Zwiebeln und den durchgepressten Knoblauch anschwitzen, mit Dosentomaten auffüllen und aufkochen lassen und ebenfalls umfüllen. Kidneybohnenabgießen, zusammen mit dem Mais in den großen Topf geben und mit Brühe aufgießen. Alles ca. 2 Stunden sanft köcheln lassen und über Nacht kalt stellen. Am nächsten Tag mit Salz, Pfeffer und Chili-Gewürz abschmecken.

Geschnetzeltes mit Senfrahm

Geschnetzeltes ist eigentlich ein Allroundtalent. Fleisch, Zwiebeln, Soße – fertig. Der zeitlose Prototyp ist und bleibt das Zürcher Geschnetzeltes (nur echt ohne i). Gepaart mit Rösti ein wahrer Gaumenschmaus.

Die Kunst von gutem Geschnetzeltem liegt darin, dass das Fleisch nicht trocken wird. Das ist gar nicht so einfach. Schneidet man es nämlich zu fein und brät es dann scharf an, ist es bereits vor dem Bad in der Soße schon gar und kann nur noch hart werden. Auch die Wahl des richtigen Fleisches ist von großer Bedeutung. Schnitzel eignen sich eigentlich nicht so gut, Rücken eigentlich auch, da beide sehr dazu neigen, zu schnell zu trocken werden. Nacken eignet sich prima, mag aber nicht jeder. Filet geht immer, ist aber auch am teuersten.

Die heutige Variante zeichnet sich eine besonders würzige Note aus.

  • 600 g Fleisch nach Belieben (s.o.)
  • 2 Zwiebeln
  • 1 EL milder Paprika
  • 100 ml trock. Weißwein
  • 150 ml Sahne
  • 1 EL mittelscharfer Senf

Die Zubereitung lässt sich eigentlich fast erahnen: in die Pfanne etwas Butterschmalz oder Öl geben, ordentlich heiß werden lassen und in Streifen geschnittene Fleisch kurz und kräftig anbraten. Hitze etwas reduzieren. Herausnehmen und mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebeln vierteln und in Streifen schneiden und in die Pfanne geben. Sind sie angebraten, mit Paprika bestreuen und mit Wein ablöschen, ca. 5 Minuten einkochen lassen. Dann Sahne und Senf zugeben und nochmal reduzieren, bis die Soße sämig ist. Das Fleisch zugeben und kurz erwärmen.

Guten Appetit!

Schweinerückensteak „Steakhouse-Art“

Warum das Ding so heißt, weiß ich nicht. Ich habe jedenfalls bislang noch in keinem Steakhouse je so etwas gesehen, geschweige denn gegessen. Allerdings klang das Rezept derart lecker, dass ich es ausprobieren musste. Und man kann über das Großmaul Henssler ja sagen, was man will, aber kochen kann er. Und ‚Hensslers schnelle Nummer‘ ist tatsächlich sehr oft ziemlich großartig. So auch dieses flotte Gericht, das natürlich viel schneller gehen würde, wäre das Fleisch nicht so üppig portioniert.

  • Schweinerückensteak in beliebige Dicke
  • etwas Steakgewürz
  • 2 EL Mehl
  • 1 Stange Porree
  • 1 rote Paprikaschote
  • 4-5 braune Champignons
  • 2-3 EL Ketchup
  • 100 ml Orangensaft
  • 200 ml Sahne
  • Salz und Pfeffer
  • frisch gehackte Petersilie

Das Fleisch zunächst mit dem Steakgewürz bestreuen danach im Mehl wälzen. In einer sehr heißen Panne (am besten eine gußeiserne Steakpfanne) kurz braten und herausnehmen und im Ofen gar ziehen lassen (je nach Dicke 10-20 Minuten bei 150 Grad Umluft). Das Gemüse in der Pfanne mit etwas Butterschmalz andünsten und mit Ketchup, und Orangensaft ablöschen und anschließend mit Sahne angießen und gar ziehen lassen. Mit Steakgewürz nach Belieben würzen. Mit Petersilie bestreuen.

Schaschliktopf, der süchtig macht

Wie mittlerweile allgemein bekannt sein dürfte, habe ich ein besonderes Faible für geile Imbissküche. Das mag daran liegen, dass in meinem Heimatdorf ein typischer Vertreter dieser Zunft in herausragender Qualität zur festen Anlaufstelle für viele Jahre gehörte. Seit einigen Jahren ist das „Futterhäuschen“, wie es offiziell hieß, zu einer Pizzabutze mutiert und hat sich zumindest das Schicksal erspart, in eine Dönerstation umgewandelt zu werden. Wenn ich an all die Köstlichkeiten von damals zurückdenke, bekomme ich jetzt noch erhöhten Speichelfluss: Curryfrikadelle, Zigeunerschnitzel (das man damals auch noch so nennen durfte), und die wahrscheinlich leckersten Pommes der Welt. Getoppt wurde dies nur noch von der Königin des Frittentempels, dem Schaschlik, den es in klein und groß gab: Spieße, die abwechselnd mit Fleisch, Zwiebel und Bauchspeck bestückt wurde, anschließend in gleißend heißem Fett kurz frittiert und danach mit der leckersten Soße der Welt benetzt und mit Paprikapulver bestäubt wurde…ein wahrer Hochgenuss!!!

Als neulich beim Gaumensurfing (Netz nach coolen Rezepten durchstöbern) auf dieses Rezept gestoßen bin und allein die Zutaten schon sehr spannend fand, wurde die kurzerhand nachgebaut und für exzellent befunden

  • 200 g Bauchspeck
  • 800 g Schweinefilet oder -rücken
  • 3-4 EL Schaschlik Gewürzmischung
  • 3 Paprika, Gelb, Grün und Rot
  • 2 große Zwiebeln
  • 1-2 EL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1-2 EL Currypulver
  • 1 EL Paprika edelsüß
  • 1 EL Paprikapulver rosenscharf
  • 1 EL Brauner Zucker
  • 1 EL Sojasauce
  • 2 EL Apfelessig
  • 200 ml Passierte Tomaten
  • 300 g Tomatenketchup
  • 200 ml Apfelsaft
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer

Fertiges Schaschlikpulver ist meistens schlecht, daher mische ich mir dies selbst:

  • 5 TL Paprikapulver
  • 3 TL Currypulver
  • 3 TL Zwiebelpulver
  • 3 TL getr. Petersilie
  • 2 TL getr. Basilikum
  • 1,5 TL Knoblauchpulver
  • 1,5 TL Pfeffer
  • 1,5 TL Salz

Den Fleisch in mundgerechte Stücke würfeln / schneiden und mit der Gewürzmischung vermengen. 30 Minuten beiseite stellen. Den Speck in Scheiben schneiden, die Paprikaschoten entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Zwiebeln achteln und in mundgerechte Stücke schneiden. Den Knoblauch schälen und fein würfeln. Eine große Pfanne mit passendem Deckel aufsetzen und bei mittlerer Hitze heiß werden lassen. Den Speck und etwas Öl hineingeben, knusprig auslassen und beiseite stellen. Die Hitze erhöhen und das gewürfelte Fleisch im Speckfett scharf von allen Seiten anbraten. Herausnehmen und beiseite stellen. Die Hitze auf mittlerer Hitze reduzieren und die Zwiebeln und Paprika hineingeben, leicht salzen. 5 Minuten unter gelegentlichem Rühren anschwitzen. Den Knoblauch zufügen und 1 Minuten unter Rühren anbraten. Tomatenmark, Currypulver, beide Paprikapulver in die Pfanne geben und 2-3 Minuten mit dem restlichen Gemüse anschwitzen. Den braunen Zucker in die Pfanne geben und 2 Minuten unter Rühren leicht karamellisieren. Mit dem Apfelessig ablöschen und dann den Apfelsaft, Sojasauce, Ketchup und passierte Tomaten angießen. Alles gut miteinander vermischen und einmal kräftig aufkochen lassen. Mit geschlossenem Deckel ca. 30 Minuten köcheln lassen. Die letzten 10-15 Minuten (bis das Fleisch weich ist) ohne Deckel garen, damit die Soße ein wenig reduzieren und andicken kann. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken und servieren. Ich mag als Beilage Pommes dazu.

Das waschechte Wiener Schnitzel

Ja ja, bewährte Schnitzelküche im Hause gregorkocht. Ganz ehrlich? Seit 35 Jahren bin ich Hobbykoch und habe mich bislang nie darum geschert, wie eigentlich ein ‚richtiges‘ Wiener Schnitzel geht. Ich habe immer Schnitzel aus der Oberschale vom Schwein genommen, gerne auch etwas dicker geschnitten (‚alles unter 3 Zentimeter ist Carpaccio‘), mit Salz und Pfeffer gewürzt und ihnen anschließend einen Doppelwumms aus geschlagenem Ei und Paniermehl verpasst. Dann in ordentlich Öl braten und fertig. Irgendwann, wenn man mal wieder zuviel Mike Süsser im Fernsehen geschaut hat und er zum hundertsten Mal was von plattieren und soufflieren gefaselt hat, will man es doch wissen und deswegen kommt heute:

Das weltbeste erste Wiener Schnitzel!

  • Schnitzel vom Kalb (Oberschale oder Rücken), je ca. 180 – 220 g schwer
  • Salz und Pfeffer
  • Mehl
  • Eier (Faustformel: je Schnitzel ein Ei)
  • Semmelbrösel oder Paniermehl
  • Butterschmalz und neutrales Öl oder eine Mischung aus beidem

Die Zutatenliste suggeriert ein unkompliziertes und schnelles Gericht, jedoch liegt der Teufel im Detail. Beginnen wir mit dem Fleisch. Das muss mit einem Fleischplattierer ordentlich flachgeprügelt werden. Damit die Fleischfasern nicht unnötig leiden, wird empfohlen, dies in einem passend großen Gefrierbeutel zu bewerkstelligen. Ich hege allerdings große Zweifel an diesem ‚Trick‘, denn wenn ich jemanden in einen mannshohen Müllsack stecke und ihn dann mit einem Baseballschläger verwämse, werden nicht nur seine Fleischfasern leiden. Ist dies in ausreichendem Maße erfolgt (das Fleisch sollte 2-3 mm dick sein), wird gesalzen und gepfeffert. Jetzt kommt der große Unterschied zu meinem Hausschitzel: Jetzt wird es von beiden Seiten mehliert und anschließend durchs Ei gezogen und danach paniert. Wichtig sind jetzt zwei Dinge: Zum einen sollte dieser Vorgang unmittelbar vor dem Braten erfolgen, zum anderen ist es extrem wichtig, dass die Panade keinesfalls mit den Fingern festgedrückt wird. Ansonsten wird’s nichts den Wellen.

Kommen wir jetzt zum weitaus sensibleren Teil, dem Braten. Als Hardware benötigen wir eine Pfanne aus beliebigem Material mit möglichst hohem Rand, da zum Braten viel fett erforderlich ist. Bei der Wahl des Fetts scheiden sich die Geister. Nach der reinen Lehre muss zwingend Butterschmalz verwendet werden, es funktioniert aber auch mit Sonnenblumen- oder Rapsöl. Ich verwende immer eine Mischung aus Schmalz und Öl, weil ich Buttergeschmack so geil finde. Es muss so viel Fett in die Pfanne gegeben werden, dass das Schnitzel darin schwimmen kann, ohne den Boden zu berühren. Die ideale Brattemperatur beträgt 170 Grad, wobei sie in dem Augenblick zu sinken beginnt, sobald das Fleisch hineingegeben wurde. Nun muss man eigentlich nur zwei Dinge beachten:

  1. Temperaturkontrolle: Man muss darauf achten, möglichst dicht an den angepeilten 170 Grad zu bleiben. Bei wesentlich niedrigeren Temperaturen saugt sich die Panade mit Fett voll, bei zu hohen verbrennt sie.
  2. Das Fleisch sollte immer wieder mittels einer kleinen Soßenkelle mit dem Fett aus der Pfanne begossen werden, auch wenn man den Sinn noch nicht unmittelbar erkennt. Nur und nur dadurch entstehen die Typischen Wellen oder Blasen.

Nach kurzer Zeit, wenn Blasenbildung abgeschlossen und eine entsprechende Bräunung eingesetzt hat, ist das Fleisch fertig und kann genossen werden. Ich schätze dazu den Genuss eines ausgepressten Zitronenviertels sowie Preiselbeeren aus dem Glas.

Küss die Hand!

Miesmuscheln

Kaum ein Gericht ist mit soviel Kindheitserinnerungen behaftet wie dieses hier. Als Kind war ich mit meinen Eltern häufiger auf Sylt. Meiner Vater schwor auf ein kleines, unprätentiöses Fischrestaurant, das „Alter Seebär“ oder so ähnlich hieß und das es schon lange nicht mehr gibt. Dort gab es laut meinem Vater die ‚besten Miesmuscheln‘ der Welt. Wenn man als kleiner Junge derart angefixt wird, hat man praktisch keine Chance, dieses Gericht doof zu finden. Es ist kein kulinarisches Schwergewicht, die Zubereitung ist selbst für Küchendeppen denkbar einfach. Bevor man sich an diese Köstlichkeit wagt, sollte man sich sicher sein, das der eigene Körper eine ausreichende Resilienz gegenüber Eiweiß besitzt, denn ansonsten könnte es passieren, dass sie zweimal durch den Körper befördert werden, und zwar in verschiedene Richtungen. Saison hat sie von September bis April (alle Monate mit einem ‚r‘) und man kann sie in sehr sortierten Supermärkten mit Fischtheke oder natürlich beim Fischhändler kaufen. Bei der Zubereitung gilt folgender Grundsatz. Beim Kauf sind sie geschlossen und öffnen sich selbstständig beim Garen. Tun es einige nicht, sollte man diese Kollegen entsorgen, sie sind verdorben.

  • 1kg Miesmuschel
  • 1 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Suppengrün
  • 2 Zwiebeln
  • 2EL Butter
  • 350ml trockener Weißwein
  • Salz und Pfeffer
  • frische Petersilie nach Belieben

Die Muscheln aus der Verpackung nehmen und im Waschbecken kurz abbrausen. Ein übermäßiges Bürsten oder Reinigen ist entgegen der Darstellung in anderen Rezepten aus meiner Sicht nicht erforderlich. Zwiebeln in Streifen, Suppengrün in feine Würfel schneiden und Knoblauch durchpressen und alles in der Butter in einem ausreichend dimensionierten Kochtopf anschwitzen. Die Muscheln tropfnass dazugeben und mit dem Gemüse ordentlich vermengen. Dann mit dem Wein ablöschen, würzen und 10 -15 Minuten im geschlossenen Topf kochen. Hin und wieder umrühren oder Topf schütteln. Wenn sich die Muscheln geöffnet haben, sind sie servierbereit. Dazu verwende ich die ansonsten ungenutzte Suppenterrine.

Soße mit ’scharf‘

Jeder, der mich einigermaßen kennt, weiß, dass ich kein riesengroßer Freund des Döners bin. Gammelfleischskandale haben mir damals schon die Lust genommen, mich kulinarisch näher damit auseinanderzusetzen. Anders als beim griechischen Halbbruder Gyros wird im Döner auch Hackfleisch verarbeitet. Konsesequenterweise müsste der Spieß an einem Tag verbraucht werden…wird er aber in aller Regel nicht. Den Rest kann man sich zusammenreimen oder es vielleicht lieber lassen.

Dabei ist Döner eigentlich ein total geiles Gericht. Knuspriges Brot, Salate, Fleisch und Soße sind eine absolut leckere Kombination. Vor allem die rote, scharfe Soße hat es mir angetan. Also habe ich so ein Döner/Gyros-Pitanachbau gestartet, um die rote Soße nachzuahmen. Der heutige Star ist also lediglich die Soße. Es empfiehlt sich, die Soße einen Tag früher zuzubereiten, damit sie gut durchziehen kann.

  • 150 g griechischer Joghurt
  • 150 g Mayonnaise
  • 125 g Ajvar
  • 40 g Ketchup
  • 1 Knoblauchzehe (gerieben oder gepresst)
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Paprikapulver
  • 1/2 TL Chili
  • Salz, Koriandersaat, Kreuzkümmel nach Gusto
  • Dill, Schnittlauch, Petersilie

Alle Zutaten vermischen – fertig!

Curry-Hähnchen-Suppe

Ich bin ja in den 70ern groß geworden. Kulinarisch war da eher deutsche Hausmannskost angesagt So ganz langsam fing man an, auch essenstechnisch über den Tellerrand zu schauen. Ich erinnere mich noch gerne daran, wie ‚Tante Ulla‘, die natürlich nicht meine Tante war, mir zu einem Geburtstag eine Pizza zubereitete. Für den italienischen Geschmack der Tomatensauce wurde das Gewürzpäckchen aus einer Schachtel ‚Miracoli‘ verwendet und der Hefeteig wurde noch mit Ei und Butter zubereitet…lecker war sie trotzdem und den Geschmack werde ich wohl nie wieder vergessen.

Die absolute Spezialität meiner Mutter, über deren Kochfähigkeiten man geteilter Meinung sein konnte, war ein Vorläufer der Bihunsuppe, die bei uns als ‚chinesische Hühnersuppe‘ bekannt war. Eine Hühnerbrühe, die mit Currypulver, Glasnudeln und Mu-Err-Pilzen gepimpt wurde war das Highlight zu Weihnachten und Silvester. „Die macht aber ordentlich Arbeit“, beklagte sich meine Mutter stets, weil das Auskochen eines Suppenhuhn mit anschließendem Abpulen des Hühnerfleischs natürlich eine ultrafettige Angelegenheit war und alles, wofür man mehr als nur einen Topf benötigte, war für meine Mutter immer eine ‚Heidenarbeit‘. Diese Suppe geht eher so in Richtung Cremesuppe, wobei ich bei der Kombination aus Huhn und Curry immer schwach werde. Getoppt wird dieser eigentlich nur noch von frittiertem Huhn, dem ich tatsächlich verfallen bin. Aufwändig ist bei dieser Suppe eigentlich nur das Schnippeln der Zutaten vorab.

  • 500 g Hähnchenbrustfilet
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 300 g braune Champignons
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 Zwiebel
  • 1 Becher Kräuterschmelzkäse (200 g)
  • 750 ml Hühnerbrühe
  • 100 Sahne
  • 30 ml Terriyakisauce
  • 1 TL rote Currypaste
  • 1,5 EL Mehl
  • 1 EL Curry
  • 1 EL Butter
  • Salz und Pfeffer

Wie bereits erwähnt, muss anfangs etwas geschnippelt werden: Hähnchen in nicht zu große Stücke, Frühlingszwiebeln in Ringe (das Dunkelgrüne nicht mitverwenden), Pilze und Paprika in kleine Stücke und die Zwiebel in halbierte Ringe.

Hähnchenstücke in heißem Öl anbraten und sie, sobald sie einigermaßen gebräunt sind, wieder herausnehmen. Dann das übrige Gemüse (erst Zwieben und Paprika für 5 Minuten, dann den Rest) andünsten und ebenfalls wieder herausnehmen. In einem großen Topf die Butter schmelzen und das gebratene Hähnchenfleisch geben. Mehl und Curry darüberstäuben und anschwitzen, dann mit Brühe ablöschen und leicht köcheln. Dann den Schmelzkäse zufügen und schmelzen lassen, dann Sahne und Terriyaki zugeben und den Gemüsemix zufügen. Mit Currypaste, Salz und Pfeffer je nach gewünschter Schärfe abschmecken und noch 10 Minuten köcheln lassen.

Das war’s schon!

Fish and Chips

Das erste Mal in Berührung gekommen mit diesem formidablen Gericht bin ich wahrscheinlich in der Kindheit, aber mein Erinnerungsvermögen lässt mich diesbezüglich im Stich. Vor mehr als 20 Jahren, als die Kinder noch im Sandburg-buddeln-Alter waren, haben wir Urlaub auf Texel gemacht. Es hat pausenlos geregnet und wir haben tagein, tagaus in einer dieser wundervollen Strandbutzen gesessen und spätestens mittags das erste Heineken geköpft. Wenn dann der erste Appetit auf Gesottenes kam, wurde die erste Portion ‚Kibbeling‘ verputzt. Kibbeling heisst natürlich Kabeljau und gemeint ist frittierter Backfisch mit irgendwas.Ich habe es an dieser Stelle schon mehrfach erwähnt: Ich mag die Holländer sehr, sie sind fröhlich, kommunikativ und frittieren nahezu ihr gesamtes Essen. Sie können also kein schlechtes Völkchen sein.

Das Besondere an dem Fisch ist die Flüssigpanade, die durch das Bad im heißen Fett diese herrliche Knusprigkeit bekommt. Ich verwende übrigens im tiefgefrorenen Fisch und lasse ihn langsam auftauen, teile ihn anschließend in mundgerechte Stücke.

Zutaten für 1 große Portion:

  • 1 Packung Kabeljau (250 g – 300 g), wie oben beschrieben vorbereitet
  • Salz und (Zitronen)Pfeffer
  • 50 g Speisestärke
  • 50 g Mehl (Sorte egal)
  • 1/2 TL Backpulver
  • 125 g kaltes Bier

Aus den letzten 4 Zutaten einen Teig herstellen. Bitte unbedingt darauf achten, dass er nicht zu flüssig ist. Mind. 30 Minuten quellen lassen. Dann den Fisch tüchtig würzen (wer Zitronenpfeffer bekommt, sollte unbedingt den verwenden). Die Fischstücke durch den Teig ziehen und im heißen Fett (ca. 180 Grad) bis zur gewünschten Bräune frittieren. Dazu passen natürlich Fritten und eine selbstgemachte Remoulade, nämlich die hier!

Provonçalisches Huhn nach Alfred Biolek

Ich könnte jetzt eine umfassende Hommage schreiben. Biolek war nicht nur unfassbarer Sympath und genialer Talkmaster, er hat die ‚Jedermann‘-Küche fernsehtauglich gemacht und so den Weg geebnet für viele der profilneurotischen Fernsehköche. Als ‚alfredissimo‘ aufkam, habe ich im Büro früher Feierabend gemacht, um seine Sendung zu sehen. Unvergessen bleibt die Folge, in der er sich mit dem ehemaligen Frankreich-Korrespondenten und aktuellen Tagesthemen-Anchorman Ulrich Wickert bei (französischem) Käse und Rotwein abgeschossen hat…gekocht wurde auf jeden Fall nicht!

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass Biolek mich ans Kochen gebracht hat…und mein alter Kumpel Wolfgang, der jetzt schon lange nicht mehr da ist.

Die Küche Bioleks zeichnete sich durch Bodenständigkeit aus und war nie dogmatisch. Wenn es etwas nicht schmecken wollte, wurde auch schon mal ein Brühwürfel verwendet…heute in der skurrilen Welt der Fernsehköche eigentlich undenkbar. Sein erstes Kochbuch habe ich nahezu vollständig ‚durchgekocht‘ und hieraus stammt auch dieses wundervolle Rezept, das mit Sahne und Creme fraiche aufwartet…herrlich!

  • 4 Hähnchenbrüste
  • 2 Knoblauchzehen (gerieben)
  • 2 kleine Zwiebeln, sehr fein gewürfelt
  • 2 Dosen gestückelte Tomaten
  • 250 ml Sahne
  • 250 ml Creme fraiche
  • 125 ml Noilly Prat
  • Salz
  • Cayennepfeffer (Vorsicht scharf!)
  • 3 TL Paprikapulver
  • 1 TL getrockneter Thymian

Die Zubereitung ist denkbar einfach und fix. Hähnchenbrüste würzen und in etwas Öl oder Butterschmalz kurz und scharf anbraten und herausnehmen. Zwiebeln und Knoblauch ins Bratfett geben, andünszen uns mit Vermouth ablöschen. Tomaten, Sahne und Creme fraiche zugeben und etwas einköcheln lassen. Gewürze zugeben, abschmecken, über das Fleisch geben und vor dem Genießen noch für 20 Minuten im Ofen schmoren lassen. A la votre, Bio