Eine Ode an den Kopfsalat

Ich möchte heute eine Geschichte zum Besten geben, die sich tatsächlich so zugetragen hat.

Ich bin heute auf dem Rückweg von einem Geschäftstermin in einen bekanntermaßen gut sortierten Supermarkt gegangen, um etwas zu kaufen, das leider völlig zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist: einen Kopfsalat. Ein ständiger Begleiter meiner Kindheit und Jugendzeit. Er ist von zartem Schmelz, seine Blätter sind gleichermaßen fein und aromatisch. Er verträgt sich bestens mit einer klassischen Vinaigrette oder aber mit einer Joghurt-Sauerrahmsauce mit Schnittlauch.

In der Gemüseabteilung angekommen, schnüffele ich wie ein Trüffelschwein im Perigord durch sämtliche Auslagen und kann keinen Kopfsalat entdecken. Eine freundliche, vollschlanke Servicekraft eilt spontan zu Hilfe. „Suchen Sie was, wie kann ich Ihnen helfen?“. Ich schildere ihr mein Problem und nach kurzem Stirnrunzeln greift sie zielsicher in die Auslage und präsentiert mir einen Eisbergsalat. Ich versuche den Irrtum aufzuklären, indem ich hastig mein Smartphone aus der Anzugjacke zücke und ihr mein Objekt der Begierde fotografisch präsentiere. „Ach so, das meinen Sie…nee, den haben wir nicht immer da, der wird so selten nachgefragt“. Sie starrt erneut auf ihren furchtbar aussehenden Eisbergsalat, grinst mich dämlich an und stammelt: „nehmen Sie doch den hier hier, der wird auch sehr gerne genommen.“ Ganz leicht genervt kontere ich spontan: “ Ja, nee, is klar. Helene Fischer wird hierzulande auch gerne genommen und ich finde sie trotzdem unfassbar scheiße….verstanden?“

Die dicke Blattlaus in der Kittelschürze sieht mich ungläubig an und jetzt verstehe ich: sie kennt nicht nur keinen Kopfsalat, sie liebt auch noch Helene Fischer.

Auf meinem Rückweg kehre ich noch in dem relativ kleinen REWE-Markt bei bei um die Ecke ein und finde einen hinreissend frischen, knackigen Kopfsalat.

So soll es sein. Und so gibt es heute einen Kopfsalat wie früher, und zwar mit diesem Dressing, das mich als Kind schon glücklich gemacht hat….sehr glücklich.

Ob Helene Fischer wohl Kopfsalat mag?

2 Kommentare zu „Eine Ode an den Kopfsalat

  1. Moin Gero
    Dressing für Kopfsalat von Muttern. Zitronensaft mit Zucker verrühren und 10 Min. vor Genuß drübergiessen. Man soll*s nicht glauben aber SCHMECKT.
    mfg
    Wilhelm aus Varrel (Stuhr)

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