Wir Norddeutschen sind ja kulinarisch eher Dünnbrettbohrer. So richtige Spezialitäten gibt es eigentlich gar nicht. Spargel vielleicht, aber das war`s dann auch schon. Der Grünkohl, oder wie man im Raum Hannover sagt, Braunkohl, ist dann wohl das letzte Bollwerk der gutbürgerlichen Küche. Bislang habe ich vermieden, diese köstliche Speise selbst zuzubereiten. Grund dafür war die Möglichkeit, ihn fertig gekocht und abgeschmeckt beim MdV (Metzger des Vertrauens) kaufen zu können. Als ich in diesem Jahr ‚ankohlen‘ wollte, war er jedoch nicht vorrätig. Ich musste ihn also notgedrungen selbst kochen. Ich habe erwartet, dass es wahnsinnig aufwendig ist, was jedoch gar nicht der Fall war. Aber auch in diesem Falle gilt, was bei allen Kohlgerichten gilt: Unbedingt am Vortag zubereiten, sonst bekommt man keinen Geschmack dran! Ich habe übrigens keinen frischen Grünkohl gekauft, denn der muss zig Mal gewaschen werden und am Ende knirscht es doch noch beim Essen. Hierzulande gibt es ihn in großen Beuteln (gewaschen und grob gehackt) zu kaufen. Qualitativ ist er im Vergleich zu frischem definitiv gleichwertig.
- 2,5 kg Grünkohl
- 3-4 große Zwiebeln
- 125 g Gänseschmalz
- 3 Pinkelwürste (Grützpinkel)
- ca. 1 Liter Instantbrühe (doppelt konzentriert)
- 1 EL mittelscharfer Senf
- 250 g durchwachsener, geräucherter Speck
- Haferflocken nach Belieben
- Salz und Pfeffer
Zwiebel schälen, vierteln und in Streifen schneiden, im Schmalz anbraten. Gefrorenen Kohl zugeben, etwas Brühe angießen, umrühren und bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten auftauen lassen. Dann Senf, Speck und weitere 500 ml Brühe angießen und 2 Stunden bei nicht zu großer Hitze köcheln lassen.
Dann über Nacht auf der Terasse/Balkon ruhen lassen. Am nächsten Tag wird abgeschmeckt. Langsam erhitzen, mit reichlich Salz und Pfeffer würzen, Speck herausnehmen, kleinschneiden und wieder zufügen und sobald es leise simmert, mit ungefähr 3 EL Haferflocken binden.
Dazu koche ich separat Kasseler, Mettenden und für die Liebhaber auch weitere Pinkelwürste – und immer dran denken: Mutig sein beim Würzen!







Wie früher bei mir zu Hause, wurde mindestens 1 Tag vor dem Genuss zubereitet.
Grüße sendet,
Gabriel
LikeLike
Stimmt, und wenn er 2 oder 3 Tage stand, war’s auch nicht schlimm. Grüße zurück
LikeLike
Hallo Gero, bislang habe ich mich an den selbstgemachen Grünkohl auch noch nicht rangetraut, klingt aber in der Tat ganz einfach. Ich sollte das mal ausprobieren…! Ich liebe Grünkohl ❤ Danke fürs Rezept!
LikeLike
Hallo Karen, trau dich ruhig, ist wirklich kein Hexenwerk! Spar nur nicht beim Würzen!
LikeLike
So sieht er bei uns auch aus.👍😋
LikeLike